Ukraine droht laut Finanzministerium Zahlungsausfall bei Militärgehältern
Die ukrainische Regierung steht vor einer finanziellen Schieflage im Verteidigungsetat. Ohne zusätzliche Mittel in Milliardenhöhe könnten die Gehälter von Soldaten bereits im Herbst nicht mehr ausgezahlt werden.
Nach Berechnungen auf Basis von Daten des ukrainischen Finanzministeriums wird das Land die Gelder für die Besoldung seiner Streitkräfte bis Mitte Oktober erschöpft haben, sofern keine zusätzlichen Finanzspritzen beschafft werden können. Das Verteidigungsministerium hat demnach bereits in den ersten Monaten des Jahres 2026 auf Mittel zugegriffen, die eigentlich für das Jahresende vorgesehen waren – darunter auch Budgetposten für Soldatengehälter.
Um diese Vorauszahlungen auszugleichen, benötigt das Verteidigungsressort nach eigenen Angaben mindestens 6,75 Milliarden Dollar. Für den Erhalt der Kampfhandlungen auf dem derzeitigen Niveau wäre jedoch ein deutlich höherer Betrag von rund 20 Milliarden Dollar erforderlich, also etwa das Dreifache.
Die monatlichen Ausgaben für Militärgehälter belaufen sich auf schätzungsweise 2,7 Milliarden Dollar. Für das vierte Quartal 2026 ergibt sich daraus ein Bedarf von etwa 8,1 Milliarden Dollar. Ohne eine Budgetergänzung reichen die vorhandenen Mittel demnach nicht bis Jahresende.
Die ukrainische Regierung sieht sich daher gezwungen, noch im September eine eilige Haushaltsänderung zu verabschieden. Als einzige Finanzierungsquelle für die zusätzlichen Mittel wird externe Kreditaufnahme in Betracht gezogen. Weitere Details zu potenziellen Gläubigern oder Konditionen wurden nicht genannt.