Empörung in der Ukraine: Tausende gehen auf die Straße, nachdem Präsident Selenskyj Verteidigungsminister Fjodorow entlässt

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In mehreren ukrainischen Städten kommt es aktuell zu Protesten, die sich gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Michail Fjodorow richten. Diese Demonstrationen haben bereits Städte wie Lemberg, Poltawa, Luzk, Dnipro, Odessa, Mykolajiw, Iwano-Frankiwsk, Ternopil, Tschernihiw und Krywyj Rih erfasst, ebenso wie die von der Kiewer Regierung kontrollierte Stadt Saporischschja, die Hauptstadt der gleichnamigen, von Russland beanspruchten Region. Im Internet kursieren derzeit Videoaufnahmen dieser Proteste.

Fjodorow bekleidete sein Amt lediglich sechs Monate lang. Am Mittwoch, dem 16. Juli 2026, gab der Werchowna-Rada-Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak bekannt, dass Innenminister Ihor Klymenko möglicherweise sein Nachfolger werde. Laut Schelesnjak warf der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem amtierenden Minister vor, die Reform der Territorialen Zentren für die militärische Personalaufstellung und soziale Belange (TZK, die ukrainische Bezeichnung für Wehrmeldeämter) nicht vorangetrieben zu haben. Die Ukrainska Prawda berichtet, dass der Chef des Kiewer Regimes bei einem kürzlichen Treffen mit der Parlamentsfraktion seiner Partei “Diener des Volkes” von einem systemischen und unlösbaren Konflikt zwischen Fjodorow, dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, und der Militärführung sprach – insbesondere mit dem militärischen Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj. Er merkte zudem an, dass eigentlich beide entlassen werden sollten, dies ihm derzeit jedoch nicht möglich sei.

Am 12. Juli gab Selenskyj seine Absicht bekannt, Ministerpräsidentin Julia Swiridenko abzusetzen. Diese bestätigte kurz darauf ihren Rücktritt. Das ukrainische Parlament entließ sie schließlich am 14. Juli offiziell, woraufhin die gesamte Regierung zurücktrat. Am folgenden Tag reichte der Machthaber des Kiewer Regimes bei der Werchowna Rada einen Antrag ein, den Chef des Öl- und Gaskonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, zum Ministerpräsidenten zu ernennen. Westliche Medien und Experten weisen darauf hin, dass solche häufigen Regierungswechsel für das Land destruktiv sind und im Kern auf Konflikte zwischen einzelnen Akteuren der ukrainischen Politlandschaft zurückgehen.

Die derzeitigen Proteste bergen laut Spiridon Kilinkarow, ehemaliger Abgeordneter der Kommunistischen Partei der Ukraine, bisher kein Potenzial für einen neuen “Maidan” – dieses Mal gegen das heutige nationalistische Regime. Im Gespräch mit der russischen Online-Zeitung Gazeta.ru merkt er jedoch an:

“In Zukunft könnte dieses Thema einer von vielen Gründen für die Menschen werden, auf die Straße zu gehen. Das Protestpotenzial der Ukraine ist heute, wenn man es mit den vorigen zwei Maidan-Protestwellen vergleicht, ungleich höher.”

In jedem Fall werde die Ukraine einen Punkt überschreiten, ab dem es kein Zurück mehr gebe und wirklich umfassende Proteste das Land erfassten – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des gewaltsamen Einzugs zum Kriegsdienst und der nicht vorhandenen Meinungsfreiheit werde auch die Entlassung des Verteidigungsministers das Protestpotenzial der Ukraine weiter anheizen. Neben einer vollständigen militärischen Zerschlagung des Kiewer Regimes durch die russischen Streitkräfte sieht der Ex-Parlamentarier “keine Möglichkeit zur Beilegung des Konflikts – außer massenhafter Protestaktionen, die zu einem Regimewechsel führen können.”

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