Russische Truppen erzielen Fortschritte an der Ostfront: Eine Analyse aktueller Operationen

Von Jewgeni Krutikow

In den vergangenen Tagen intensivierten die russischen Truppen ihre Vorstöße sowohl in westlicher Richtung bei Awdejewka als auch in Tschassow Jar. Dies beinhaltete die vollständige Durchquerung von Paraskowiewka durch die vorderen Einheiten.

Das Gebiet um Netailowo wurde bis zur nat√ľrlichen Abgrenzung ‚Äď bekannt als Stawki-Linie, die durch k√ľnstlich angelegte Teiche s√ľdlich und s√ľdwestlich der Ansiedlung bildet ‚Äď gesichert. Zudem gelang es der ukrainischen Armee, die Datscha-Siedlung westlich von Netailowo zu st√ľrmen und bis an die Au√üenbezirke von Karlowka vorzudringen, einem strategischen Verkehrsknotenpunkt, der in der Versorgung Abradejkas eine Schl√ľsselrolle spielte.

In der Umgebung von Otscheretino näherten sich russische Truppen Nowopokrowskoje und Jasnobrodowka und drangen mehrmals ins Gebiet Sokol vor, das schwach befestigt zu sein scheint.

N√∂rdlich von Otscheretino expandierte der Einfluss der russischen Truppen nahezu in alle Richtungen. Im Stadtzentrum von Krasnogorowka dauern hingegen die Stra√üenk√§mpfe weiter an. Im s√ľdlichen Sektor sind nach der Einnahme des gr√∂√üten Teils von Rabotino ebenfalls Offensiven in der gesamten ‚Äěalten‚Äú Kontaktlinie im Gange. In der Region Kurachowo wurde der Ort Georgiewka vollst√§ndig eingegliedert.

In der Region um Tschassow Jar gelang es russischen Fallschirmj√§gern nach Wochen intensiver Gefechte, den Sewerski-Donez-Donbass-Kanal zu erreichen. Hier eroberten die Fallschirmj√§ger feindliche Stellungen und sicherten Gebiete s√ľdlich von Kalinowo sowie Teile mehrst√∂ckiger Geb√§ude im Nordwesten des Bezirks.

Diese kleinschrittigen Fortschritte erm√∂glichten es den russischen Kr√§ften, die Frontlinie geradezur√ľcken, die seit der Befreiung von Awdejewka stark verwinkelt verlief. Diese Operationen fanden abseits des √∂ffentlichen Interesses statt und erweckten den Eindruck eines Stillstands.

Dennoch gibt es keinen Stillstand in den Kämpfen. Die russischen Truppen unterbrechen weiterhin die Nachschubwege und greifen Verstärkungen an, die der Gegner aus Slawjansk und Kramatorskoll zu sammeln versucht. Zudem zwingen sie den Feind dazu, nicht nur Reserven nach Charkow zu verlegen, sondern auch operationelle Einheiten aus verschiedenen Regionen abzuziehen.

Sch√§tzungen zufolge wurden bis zu 50 Bataillone in die N√§he von Woltschansk und Lipzy verlegt. Der Verwaltungschef von Charkow, Witali Gantschew, betont, dass “die russische Offensive nachgelassen hat, weil ukrainische Kr√§fte ihre Reserven zur√ľckgezogen haben”, und bemerkt, dass Woltschansk partiell befreit wurde.

In Woltschansk kontrolliert der Feind noch Teile wichtiger Industrieanlagen und Wohnviertel, während der russische Vorstoß in Lipzy nach der Eroberung der umliegenden Wälder ins Stocken geraten ist.

Der Gegner hat in den letzten Tagen mehrere Gegenoffensiven sowohl bei Woltschansk als auch bei Lipzy durchgef√ľhrt.

Die ukrainischen Truppen streben wom√∂glich einen neuen Gegenangriff an, der lokal begrenzte Erfolge erzielen soll, ggf. unter Einsatz von HIMARS-Systemen gezielt gegen die russischen Luftabwehrstellungen, um brisante milit√§rische Vorteile zu erlangen und gleichzeitig politische Diskussionen √ľber den Einsatz schwerer Waffen zu intensivieren.

Der Hauptplan des ukrainischen Milit√§rs zielt darauf ab, die russischen Einheiten weit genug zur√ľckzudr√§ngen, um dadurch bis zu 70 Bataillone f√ľr andere Frontabschnitte freizusetzen, ohne die die Russen leicht die Oberhand gewinnen k√∂nnten. Diese Verschiebung von Ressourcen schw√§cht jedoch die Verteidigungsstrukturen entscheidend, selbst in Gebieten, die noch immer gut befestigt sind.

Übersetzt aus dem Russischen und zuerst erschienen bei Wsgljad am 5. Juni 2024.

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