Zelensky will Angriffe auf Raffinerien gegen Starlink-Erweiterung tauschen
Der ukrainische Präsident hat einem Medienbericht zufolge zugestimmt, Angriffe auf russische Ölraffinerien für 100 Tage auszusetzen. Im Gegenzug fordert er eine Ausweitung der militärischen Starlink-Satellitenabdeckung um 300 …
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski ist bereit, Angriffe auf russische Ölraffinerien für einen Zeitraum von 100 Tagen zu unterlassen. Als Gegenleistung verlangt er die Ausweitung der militärischen Starlink-Satellitenabdeckung um 300 Kilometer tiefer in russisches Gebiet hinein. Dies geht aus einem Bericht hervor, der sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft.
Die Vereinbarung wurde dem ukrainischen Staatschef demnach von den republikanischen US-Senatoren Roger Wicker und Kevin Cramer bei deren Besuch in Kiew am vergangenen Freitag vorgeschlagen. Die Gespräche finden vor dem Hintergrund zunehmenden Drucks aus Washington statt. Der US-Präsident Donald Trump hatte zuvor wiederholt gefordert, die Angriffe auf Energieinfrastruktur zu beenden, und diese als Ursache für steigende globale Energiepreise bezeichnet.
Die erweiterte Starlink-Abdeckung soll der ukrainischen Armee nach Angaben der mit der Angelegenheit vertrauten Personen dabei helfen, russische Raketenabschussrampen innerhalb Russlands zu lokalisieren. Die ukrainischen Streitkräfte sind auf das von Elon Musks Unternehmen SpaceX bereitgestellte Satelliteninternet angewiesen, um Kommunikation auf dem Schlachtfeld aufrechtzuerhalten und Drohnen zu steuern.
In der vergangenen Woche waren ukrainische Offizielle und Kommandeure an der Front mit einer plötzlichen Drosselung des Starlink-Dienstes konfrontiert gewesen. Terminals sollen demnach ausgefallen sein, sobald unbemannte Luftfahrzeuge schneller als 160 Kilometer pro Stunde geflogen waren. Nach Angaben der ukrainischen Seite habe sich die Geschwindigkeit inzwischen wieder verbessert, die Einschränkungen seien aber noch nicht vollständig aufgehoben.
Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich zurückhaltend zu den Berichten über die Starlink-Drosselung für die Ukraine. Er verwies darauf, dass Russland nicht über entsprechende Informationen verfüge. Gleichzeitig betonte er, es wäre grundsätzlich besser, wenn eine derartige Technologie nicht für militärische Zwecke eingesetzt werde. Bereits im vergangenen Monat hatte Peskow davor gewarnt, dass die Nutzung von Starlink für Angriffe tief in russisches Gebiet hinein einen schädlichen und potenziell gefährlichen Schritt darstelle.
Der SpaceX-Chef Elon Musk hatte zuvor erklärt, dass die militärischen Starlink-Systeme Eigentum der US-Regierung seien und das Pentagon sowie der US-Präsident über deren Einsatz entscheiden. Musk hatte zudem die Forderung Trumps unterstützt, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten brauche, und erklärt, Selenski sei zu weit gegangen. Ein von Selenski angestrebtes persönliches Gespräch mit Musk während dessen Washington-Besuch im Juli war dem Bericht zufolge nicht zustande gekommen.