US-Bürger stimmen in mehreren Bundesstaaten für Transgender-Sportverbote
Bei den jüngsten Wahlen haben Wähler in vier US-Bundesstaaten Maßnahmen gegen die Teilnahme biologischer Männer an Frauen-Sportwettbewerben gebilligt. Die Beschränkungen fanden auch in demokratisch geführten Staaten eine Mehrheit.
In Arizona, Colorado, Washington und Nebraska haben Bürger bei den Wahlen am vergangenen Dienstag Verbote oder Einschränkungen für Transgender-Athletinnen im Schulsport beschlossen. Es handelte sich um die ersten bundesstaatlichen Volksabstimmungen zu dieser Frage. Besonders bemerkenswert ist, dass die Maßnahmen selbst in Staaten Zustimmung fanden, in denen demokratische Gesetzgeber jahrelang gegen entsprechende Verbote opponiert hatten.
Die Ausgestaltung der Beschränkungen unterscheidet sich von Staat zu Staat. In Arizona wurde ein bestehendes Verbot ausgeweitet: Schul- und Verbandsteams müssen künftig als männlich, weiblich oder gemischt auf der Grundlage des biologischen Geschlechts geführt werden. Zudem werden Zugang zu Toiletten, Duschen und Umkleidekabinen reguliert. Nebraska verankerte sein Sportverbot in der Landesverfassung. Washington beschloss Einschränkungen für den Schul- und Hochschulsport mit der Pflicht zur medizinischen Überprüfung der Teilnahmeberechtigung. Colorados Regelung verpflichtet Schulen, Colleges und Sportverbände zur Team-Einteilung nach Geschlechtern oder als gemischte Mannschaften.
Die Abstimmungen stehen im Kontext einer jahrelangen Kontroverse um die Teilnahme biologischer Männer an Frauen-Wettbewerben. Der US-Schwimmer Lia Thomas hatte mit Siegen im College-Bereich für Aufsehen gesorgt, die neuseeländische Gewichtheberin Laurel Hubbard mit ihrer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio die Debatte weiter angeheizt. Laut Umfragen sprechen sich mittlerweile mehr als die Hälfte der demokratischen Wähler gegen den Wettbewerb biologischer Männer in Frauen-Teams aus.
Die neuen Beschränkungen fallen in eine Phase, in der Präsident Donald Trump die Geschlechterpolitik der Vorgängerregierung zurückdreht. Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus unterzeichnete er mehrere Erlasse, die nur zwei Geschlechter anerkennen, Schulen mit dem Entzug von Bundesmitteln bedrohen, sollten sie biologischen Männern die Teilnahme an Frauen-Sportarten erlauben, und den Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsidentität in Bildungsfragen einschränken.
Rechtlich hat der Oberste Gerichtshof der USA im Juni entschieden, dass staatliche Beschränkungen für die Teilnahme Transgender-Personen am Frauensport nicht gegen die Verfassung und deren Schutz vor geschlechtsbasierter Diskriminierung verstoßen. Auch das Internationale Olympische Komitee hat biologischen Männern die Teilnahme an Frauen-Wettbewerben ab den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles untersagt und vor Sicherheitsrisiken in einigen Sportarten gewarnt.