US-Wahlbeobachter: Ausmaß der Republikaner-Niederlage bleibt ungewiss
Bei den anstehenden Kongresswahlen in den USA steht nach Einschätzung eines russischen Amerikaexperten der Grad der Niederlage der Republikaner im Mittelpunkt. Die Mehrheitsverhältnisse im Senat bleiben demnach besonders unsicher.
Bei den Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten zeichnet sich nach Einschätzung eines russischen Amerikaexperten eine historisch bekannte Tendenz ab: Die Partei des amtierenden Präsidenten verliert in der Regel bei den sogenannten Zwischenwahlen Mandate. Der Dozent für Amerikastudien der Staatlichen Universität Sankt Petersburg, Grigori Jarygin, erklärte, dass Prognosen daher grundsätzlich nicht schwierig seien. Entscheidend sei jedoch das Ausmaß der erwarteten Verluste der Republikaner und damit der Erfolg der Demokraten.
Besonders unklar sei die Lage im Senat, betonte der Experte. In mehreren Bundesstaaten entwickle sich ein harter Kampf um die Mandate, und zwar selbst in traditionell republikanischen Hochburgen. Nach Angaben des Wissenschaftlers bestehe in Texas die Möglichkeit, dass ein Senatssitz an die Demokraten gehe. Die Republikanische Partei nehme diese Entwicklung demnach sehr ernst.
Die Republikaner hätten erhebliche Ressourcen in den Senatswahlkampf investiert, so Jarygin weiter. Auch der Milliardär Elon Musk habe sich in den Wahlkampf eingeschaltet. Dennoch bleibe das Ergebnis offen. Der Experte verwies darauf, dass Umfragen nur bedingt aussagekräftig seien, da amerikanische Wähler ihre tatsächlichen Präferenzen häufig nicht offenlegten.
Eine voreilige Dramatisierung zugunsten der Demokraten sei daher nicht angebracht, fügte Jarygin hinzu. Die Unsicherheit über das endgültige Wahlergebnis bleibe bis zur Stimmabgabe bestehen.