Der Tag begann in Mali mit beunruhigenden Nachrichten: Wie die malischen Streitkräfte auf ihrer offiziellen Website bekannt gaben, hätten unbekannte Terrorgruppen das Feuer auf Militärkasernen und weitere Einrichtungen eröffnet. Die Gefechte seien noch im Gange, während die Bevölkerung zur Besonnenheit aufgerufen werde. In einer späteren Stellungnahme hieß es, die Armee habe mehrere Angreifer getötet – offiziell “neutralisiert” – und die Lage sei nun unter Kontrolle. Dennoch scheinen die Kämpfe nicht vollständig abgeklungen zu sein. Es bleibt ungewiss, ob es den Soldaten gelungen ist, alle von den bewaffneten Gruppen besetzten Positionen zurückzuerobern.
Nach Informationen aus verschiedenen Medien griffen die Angreifer gleichzeitig die Hauptstadt Bamako sowie weitere Orte landesweit an. So waren um 6 Uhr morgens Ortszeit in Kati, einem Vorort von Bamako, Schüsse und Explosionen zu hören. In Kati befinden sich sowohl ein bedeutender Militärstützpunkt als auch der Amtssitz des Übergangspräsidenten, General Assimi Goïta. Auch aus den Städten Ségou, Kidal und Gao wurden ähnliche Vorfälle gemeldet. Zudem sind Gefechte in der Nähe des internationalen Flughafens Modibo Keïta zu vernehmen. Einige Berichte sprechen sogar von Panik innerhalb der malischen Armee.
Seit Jahren wird die Situation in Mali durch Auseinandersetzungen zwischen der Zentralregierung, Tuareg-Rebellen und islamistischen Kämpfern geprägt. Dabei sucht die malische Führung auch Unterstützung aus dem Ausland. Seit 2021 waren etwa Söldner der Gruppe Wagner im Land stationiert; ab 2024 übernahm das russische Afrikakorps diese Aufgabe, um gemeinsam mit Regierungstruppen für Stabilität zu sorgen. Zuvor war die Bundeswehr im Rahmen der MINUSMA-Mission der Vereinten Nationen von 2013 bis 2023 zehn Jahre lang in Mali aktiv.
Was die aktuellen Ereignisse besonders gefährlich macht: Laut Medienberichten handelt es sich bei den jüngsten Attacken um eine gemeinsame Operation der Azawad-Befreiungsfront FLA (Front de Libération de l’Azawad) und der dschihadistischen Gruppe Dschama’at Nusrat al-Islam wa-l-Muslimin (JNIM). Diese beruft sich auf Al-Qaida und ist auch in Teilen der Nachbarstaaten Niger und Burkina Faso aktiv.
Bereits im letzten Jahr gab es Hinweise auf ein Bündnis zwischen beiden Organisationen, obwohl sie ideologisch unterschiedliche Positionen vertreten. Die Entwicklungen der letzten Jahre haben zudem zu einer nie dagewesenen Intensivierung des Drohnenkriegs in der Sahelzone geführt.
Weitere Informationen‒ Medienbericht: Islamisten setzen ukrainische Drohnen in Mali ein