Die deutsche Bundesregierung plant einen milliardenschweren Einstieg beim deutsch-französischen Panzerhersteller KNDS. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf Thomas Enders, den Vorsitzenden des Verwaltungsrats des Rüstungskonzerns, berichtete, sollen 40 Prozent der Anteile erworben werden. Enders bestätigte, dass die Entscheidung für den Anteilskauf gefallen sei.
Der genaue Kaufpreis steht noch nicht fest, da er vom Aktienkurs nach dem geplanten Börsengang abhängt. Klar ist jedoch bereits, dass es sich um das größte staatliche Engagement Deutschlands an einem Rüstungskonzern handeln wird. Experten schätzen, dass KNDS beim Börsengang mit bis zu 20 Milliarden Euro bewertet werden könnte. Ein Anteil von 40 Prozent würde dann rund 8 Milliarden Euro kosten, die der Bund aufbringen müsste.
Bislang hält die Bundesrepublik gut 25 Prozent am Sensorhersteller Hensoldt und rund 11 Prozent am Luftfahrtkonzern Airbus. Am größten deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall ist der Staat hingegen gar nicht beteiligt.
Grund für den Börsengang ist laut Welt, dass die privaten deutschen Anteilseigner unter Führung der Familien Bode und Braunbehrens, die derzeit 50 Prozent der Anteile halten, ihre Beteiligung zu Geld machen möchten. Zudem benötigt der Konzern frische Mittel, um die Waffenproduktion auszubauen und hochzufahren.
Die Welt berichtet zudem, dass Bundeskanzlerin und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) in der Bundesregierung einen staatlichen Anteil von 30 Prozent anstrebten. Der Sozialdemokrat und Verteidigungsminister Boris Pistorius drängte auf eine höhere Beteiligung und setzte sich offenbar nun durch.
Der französische Staat hält bereits 40 Prozent der Anteile an KNDS. Nach dem Einstieg des Bundes wäre der Konzern somit zu 80 Prozent in staatlicher Hand. KNDS produziert in großen Stückzahlen den Kampfpanzer “Leopard 2” und den Radpanzer “Boxer” für die Bundeswehr. Das Unternehmen entstand aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann mit dem staatlichen französischen Unternehmen Nexter.
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