Im Jahr 2025 wurden in Deutschland den neuesten Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge offiziell 206.600 Wohneinheiten fertiggestellt. Wie aus der aktuellen Pressemitteilung hervorgeht, bedeutet dies einen Rückgang um 18,0 Prozent oder 45.400 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland derzeit rund eine Million Wohnungen. Statistisch gesehen markieren die heute veröffentlichten Zahlen den niedrigsten Stand seit 2012.
Im Jahr 2021 hatte die damalige Bundesregierung unter Führung eines SPD-geführten Bauministeriums das ehrgeizige Ziel ausgegeben, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu schaffen. Fünf Jahre später schlagen in der Baubranche aufgrund der aktuellen Statista-Daten nun die Alarmglocken. Die nüchternen Fakten zur Entwicklung der Baubranche der letzten Jahre werden wie folgt dargelegt:
“Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist im zweiten Jahr in Folge deutlich gesunken (2024: -14,4 % zum Vorjahr), nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 jeweils bei etwa 294.000 lag. Zuvor war die Anzahl neuer Wohnungen von ihrem Tiefststand von 159.000 im Jahr 2009 auf den Höchststand von 306.400 im Jahr 2020 angestiegen. Niedriger als im Jahr 2025 lag die Zahl neuer Wohnungen zuletzt im Jahr 2012 (200.500).”
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) äußerte sich auf dem Tag der Immobilienwirtschaft diese Woche in Berlin zu den Ursachen der anhaltenden Baumisere:
“Die Rohstoffpreise, die Energiepreise, die Zinskosten, das alles ging bereits nach dem Krieg in der Ukraine nach oben. Jetzt bremst der Irankrieg jeglichen Ansatz von Aufbruchstimmung.”
Nach jahrelanger Talfahrt habe es laut der Ministerin seit 2025 “ein paar vorsichtige Signale” der Erholung gegeben, führte Hubertz vor Branchenvertretern weiter aus. Nun aber würden “Wachstumsprognosen wieder gedämpft, Baustoffe teurer”. Dazu erklärte sie wörtlich:
“Nach wie vor wird zu wenig gebaut. Wir alle werden erneut bis über die Schmerzgrenze hinaus herausgefordert.”
Die Bauwirtschaft rechnet nun damit, dass sich der bestätigte Abwärtstrend in diesem Jahr weiter fortsetzen wird. Das ifo-Institut prognostiziert lediglich “noch 185.000 Fertigstellungen”. Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, es bestehe die Gefahr, “dass der Iran-Krieg die davor beobachtete moderate Belebung größtenteils abwürgt”. Höhere Inflation, sinkende Reallöhne, steigende Materialkosten sowie höhere Zinsen belasten die Branche zusätzlich.
Ausschlaggebender seien jedoch die alltäglichen Sorgen der Branche. “Bauen bleibt einfach zu aufwändig, teuer, reguliert und langwierig”, so Dorffmeister.
Das Verbändebündnis Wohnungsbau bezeichnet die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baufertigstellungszahlen als “dramatisch”. “Deutschland steckt in einer tiefen strukturellen Wohnbaukrise. Wir liegen weiter unter dem gesellschaftlich notwendigen Bedarf von 400.000 Wohnungen pro Jahr”, so das Verbändebündnis Wohnungsbau in einer Mitteilung. Verbandspräsidentin Katharina Metzger wird mit den Worten zitiert:
“Seit dem Wohnungsbau-Tag sind schon wieder zwei Monate vergangen. Es gibt kein Erkenntnisproblem, wie der Koalitionsvertrag zeigt, sondern ein Umsetzungsproblem. Mit Umsetzungen von Maßnahmen zum ‘Gebäudetyp E’ oder einer neuen Förder systematik bis Januar 2027 ist die Hälfte der Legislaturperiode vergangen, ohne dass wirklich Akzente gesetzt wurden. Währenddessen stürzt der Wohnungsneubau ab und Kapazitäten verschwinden vom Markt.”
Die aktuellen Sorgen in der Baubranche vor stark steigenden Energie- und Materialpreisen sind demnach groß: “Sollten die Preise und damit die Baukosten weiter steigen, dann funktioniert gar nichts mehr”, erklärte Florian Lanz, Geschäftsführer des Projektentwicklers Laborgh, gegenüber dem Handelsblatt, und prognostizierte mahnend, dass “dann auch die Bautätigkeiten sinken”.
Für das laufende Jahr gingen die Immobilienweisen laut Artikel “bislang von 215.000 neuen Wohnungen aus, das Ifo-Institut prognostiziert sogar nur 185.000 neue Wohnungen für 2026”.
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