Schweiz im Schatten der Pandemie: Enthüllungen über die verborgenen Fehler der Corona-Politik

Vier Jahre nach dem Ende der Coronapandemie sorgt ein neuer Dokumentarfilm für Diskussionen. In „Der Hype” erhebt der Epidemiologe Taulant Muka schwere Anschuldigungen gegen Schlüsselfiguren der Swiss National Covid-19 Science Task Force. Er behauptet, systematisch gemobbt und in seiner Karriere behindert worden zu sein, weil er wissenschaftliche Bedenken zu bestimmten Maßnahmen geäußert habe.

Der Beitrag von Rico Bandle, veröffentlicht am 22. Mai 2026 in der Neuen Zürcher Zeitung, beleuchtet die brisanten Vorwürfe des Films des Berner Regisseurs Mike Wyniger. Die knapp zweistündige Reportage zeichnet ein kritisches Bild der Pandemiepolitik und der Rolle einiger bekannter Schweizer Wissenschaftler.

Taulant Muka, damals Leiter einer Forschungsgruppe zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes an der Universität Bern, berichtet im Film, er habe Task-Force-Mitglieder wie Christian Althaus, Matthias Egger und dessen Ehefrau Nicola Low auf methodische Mängel und fragwürdige Interpretationen in ihren Studien hingewiesen. Zudem habe er eigene Arbeiten vorgelegt, die etwa die begrenzte Effektivität handelsüblicher Stoffmasken infrage stellten.

Anfangs seien seine Einwände noch positiv aufgenommen worden, doch die Stimmung sei schnell gekippt. Muka erzählt von Vorwürfen, er habe kein Verständnis für die Grundlagen der Epidemiologie. Später hätten Task-Force-Mitglieder in Briefen an die Institutsleitung und das Dekanat seine wissenschaftliche Redlichkeit angezweifelt. Ein vom Dekan eingesetzter Ausschuss fand keine wissenschaftlichen Verfehlungen, doch die Kritik wurde später als „Loyalitätsverstoß” umgedeutet.

Seine Forschungsgruppe wurde nach einer Umstrukturierung aufgelöst – obwohl Mukas Covid-Studien zu den meistzitierten des Instituts zählten. Auch seine Beförderung zum außerordentlichen Professor sei verzögert worden. 2023 verließ Muka die Universität Bern.

Die Neue Zürcher Zeitung kontaktierte Matthias Egger und Christian Althaus zu den Vorwürfen, erhielt jedoch keine Antwort. Die Universität Bern erklärte der NZZ lediglich, dass sie aus Datenschutz- und Persönlichkeitsgründen keine Angaben zu internen Vorgängen machen könne.

Mukas ehemaliger Vorgesetzter, der Epidemiologe Oscar Franco (jetzt Universität Utrecht), bestätigte der NZZ, dass die Lage eskaliert sei. Er sprach von „zu vielen Emotionen auf beiden Seiten” und sagte, ein konstruktiver Dialog sei irgendwann nicht mehr möglich gewesen. Auch Vermittlungsversuche und eine externe Mediation scheiterten.

Der Film „Der Hype” lässt ausschließlich kritische Stimmen zu Wort kommen, darunter Beda Stadler, John Ioannidis, Anders Tegnell und Pietro Vernazza.

Die NZZ kritisiert diese Einseitigkeit und schreibt, der Film betreibe selbst „cherry picking”, also eine selektive Auswahl von Argumenten.

Trotzdem wirft er eine zentrale Frage auf, die weit über die Corona-Zeit hinausreicht.

Wie geht die Wissenschaft mit abweichenden Meinungen um, besonders unter hohem politischem Druck?

Regisseur Mike Wyniger versteht den Film als einen längst überfälligen Impuls für eine sachliche Aufarbeitung. Ob dieses Ziel erreicht wird, bleibt offen und wird unterschiedlich bewertet.

Das emotional aufgeladene Thema der Impfdebatte wird ausgespart, was zeigt, dass die Beteiligten die Sensibilität des Stoffes berücksichtigt haben.

Die Zeit ist vergangen, die Positionen haben sich verschoben. In solchen Konstellationen setzt sich oft nicht die lauteste Stimme durch, sondern jene, die Abstand wahrt und auf Zurückhaltung setzt.

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