Die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr weiter vergrößert. Laut dem aktuellen “Global Wealth Report” der Boston Consulting Group (BCG), der am Mittwoch veröffentlicht wurde, ist die sogenannte “Vermögensschere” erneut auseinandergegangen.
Die Tagesschau präsentiert die Deutschland betreffenden Zahlen aus der Datensammlung der BCG: Danach besitzen rund 5.000 Superreiche mehr als ein Viertel des gesamten Finanzvermögens in Deutschland – genauer gesagt 27,3 Prozent, was knapp 3,4 Billionen (3.400 Milliarden) US-Dollar entspricht. Die Zahl der Superreichen – also jener Personen, die über mehr als 100 Millionen Dollar verfügen – ist 2025 im Vergleich zu 2024 um etwa 1.100 gestiegen.
In den vor zwei Jahren veröffentlichten Daten des Jahres 2023 zählten noch 3.300 Personen in Deutschland zum Kreis der Superreichen – RT DE berichtete damals darüber. Nach den USA und China belegte Deutschland damals den dritten Platz in dieser Kategorie; an dieser Position hat sich auch 2025 nichts geändert.
Die rund 700.000 deutschen Multimillionäre (weniger als 1 Prozent der Gesamtbevölkerung) halten gemeinsam mit den Superreichen mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens aller Deutschen – ganze 52,8 Prozent.
Das zusammengerechnete Nettovermögen aller Deutschen ist 2025 laut BCG um rund 15 Prozent auf 23,3 Billionen US-Dollar gestiegen. Berücksichtigt wurden dabei neben Bankguthaben auch Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Fonds, Immobilien, Lebensversicherungen und Pensionen; Verbindlichkeiten wurden abgezogen.
Besonders stark, nämlich um fast 18 Prozent, sind 2025 die kumulierten Finanzvermögen der Deutschen gewachsen – laut der Studie ist dies vor allem auf den Aktienboom an den Börsen zurückzuführen. Sachwerte – in erster Linie Immobilien – stiegen in ihrem Wert auf 13,4 Billionen US-Dollar. Gleichzeitig sind die Deutschen aktuell mit rund 2,5 Billionen US-Dollar verschuldet.
Weltweit wuchsen die Vermögen 2025 um 10,7 Prozent, wobei Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien – in dieser Gruppe sind auch Russland und die Ukraine enthalten – mit einem Wachstum von (in US-Dollar gerechnet) 23,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und Lateinamerika mit 17,7 Prozent Zuwachs sich von den anderen Makroregionen der Welt deutlich abhoben. Westeuropa folgt mit einem Plus von 15,3 Prozent auf dem dritten Platz.
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