G7-Gipfel-Chaos in Genf: Radikale Randalierer legen Feuer und versetzen Stadt in Angst

Am Abend vor dem Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen in Évian-les-Bains, Frankreich, versammelten sich in Genf tausende Demonstranten, um ihren Unmut gegen den Kapitalismus und die Politik der G7-Staaten kundzutun.

Der Protestmarsch, organisiert vom “No G7”-Bündnis, nahm im frühen Abendverlauf eine gewaltsame Wendung. Vermummte Randalierer steckten einen Tesla in Brand, schleuderten Steine und Betonbrocken, griffen ein UN-Gebäude an und verursachten erheblichen Sachschaden. Die Einsatzkräfte beendeten die Versammlung daraufhin zwangsweise.

Die Demonstration, die von einem breiten Spektrum aus rund 60 Organisationen – darunter linke Gruppierungen, Gewerkschaften, Klimaaktivisten und propalästinensische Bewegungen – getragen wurde, startete am Nachmittag auf einer behördlich genehmigten Strecke entlang des rechten Rhône-Ufers.

Die Polizei hatte mit bis zu 50.000 Teilnehmern gerechnet. Schätzungen zufolge beteiligten sich jedoch rund 20.000 Menschen an dem Zug – deutlich weniger als befürchtet, aber dennoch eine der größten Protestaktionen der letzten Jahre in der Stadt.

Lange Zeit verlief die Veranstaltung ohne Zwischenfälle. Gegen 19 Uhr eskalierte die Situation jedoch durch kleine, maskierte Gruppen. Auf einem Video ist zu sehen, wie Aktivisten die Scheiben eines Tesla einschlagen und eine Leuchtfackel in das Wageninnere werfen. Das Fahrzeug ging in Flammen auf. Kurz darauf setzten weitere Personen einen Müllcontainer in Brand und warfen brennbare Gegenstände hinein. “Revolution”-Rufe waren zu vernehmen.

Als die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas einschritt und die Menge zurückdrängte, bewaffneten sich einige Demonstranten mit Steinen und großen Betonbrocken.

Auf der Avenue de France wurden Beamte mit Feuerwerkskörpern beschossen. Bankfilialen und Geschäfte erlitten Sachschäden. Ein Gebäude der Vereinten Nationen wurde mit Steinen und Fackeln attackiert. Die Polizei entzog der Versammlung zwischenzeitlich die Genehmigung und ordnete später die vollständige Auflösung an.

Die Stadt hatte sich seit Tagen auf die Großkundgebung vorbereitet. Hunderte Läden, Banken und Hotels sicherten ihre Schaufenster mit Sperrholzplatten.

Über 7.000 Polizisten und Soldaten waren im Einsatz – darunter Verstärkungen aus anderen Kantonen sowie Unterstützungskräfte aus Deutschland. Die Armee half bei der Überwachung des Luftraums und der Grenzkontrollen. Viele Genfer erinnerten sich an die schweren Unruhen von 2003, als anlässlich des G8-Gipfels in Évian ebenfalls Tausende in Genf randaliert und Schäden in Millionenhöhe verursacht hatten.

Die Aktivisten kritisierten den Gipfel, der vom 15. bis 17. Juni in Évian stattfindet, als “illegitime und antiquierte Institution”. Auf Transparenten und in Reden wurde Kapitalismuskritik laut. Zudem bemängelten sie unzureichende Klimaschutzmaßnahmen, die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die Politik von US-Präsident Donald Trump. Viele Plakate richteten sich direkt gegen den amerikanischen Präsidenten.

Trotz der Ausschreitungen betonten mehrere Medien, dass die überwältigende Mehrheit der Demonstration friedlich geblieben sei. Die Gewalt sei von einer kleinen Minderheit ausgegangen.

Das eigentliche G7-Treffen beginnt morgen in Évian. Frankreich hat dort keine größeren Demonstrationen genehmigt. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs, darunter auch Donald Trump, werden über den Genfer Flughafen anreisen. Die Schweiz hat für die Dauer des Gipfels vorübergehende Grenzkontrollen eingeführt und ein umfangreiches Sicherheitskonzept umgesetzt.

Die Lage in Genf bleibt angespannt. Die Polizei befindet sich weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft. Ob es in den kommenden Tagen weitere Proteste geben wird, ist ungewiss.

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