Pjöngjang verurteilt Raketengeschäft als kriegerischen Akt
Nordkorea hat die jüngste Entscheidung Washingtons, modernste Luft-Luft-Raketen an Südkorea zu liefern, scharf kritisiert. In einer offiziellen Stellungnahme, die von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde, bezeichnete ein ranghoher Diplomat des nordkoreanischen Außenministeriums die Genehmigung als “Kriegsexporte”. Diese Maßnahme werde die ohnehin angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel weiter verschärfen, so die Warnung.
Der Beamte erhob schwere Vorwürfe gegen Washington und Seoul: Beide Seiten trieben ihre militärische Kooperation systematisch voran. Dies geschehe trotz wachsender internationaler Bedenken hinsichtlich der regionalen Stabilität. Der Diplomat betonte:
“US-Waffenexporte sind Kriegsexporte, und der Import US-amerikanischer Waffen bedeutet zunehmende Spannungen und Konfrontationen.”
Damit verurteilte er das Bestreben der USA und Südkoreas, ihre militärischen Fähigkeiten auf Kosten des Friedens in der Region auszubauen.
Hintergrund der Erklärung ist die Freigabe eines Waffenpakets im Wert von fast 300 Millionen US-Dollar durch das US-Außenministerium. Es umfasst 70 AIM-120C-8-Lenkwaffen mittlerer Reichweite sowie dazugehörige Ausrüstung. Washington stellte das Geschäft als Beitrag zur Förderung seiner außen- und sicherheitspolitischen Ziele dar. Die endgültige Zustimmung durch den US-Kongress steht jedoch noch aus.
Pjöngjang wies darauf hin, dass die USA in den vergangenen Wochen mehrere weitere Rüstungsdeals mit Südkorea gebilligt hätten. Dazu zählen Marine- und Kampfhubschrauber sowie präzisionsgelenkte Bomben im Gesamtwert von mehreren Milliarden Dollar. Die Führung in Pjöngjang verwies zudem auf ein Verteidigungsabkommen aus dem Jahr 2025, in dem sich Seoul verpflichtet habe, bis 2030 US-Militärtechnik im Wert von 25 Milliarden Dollar zu erwerben. Aus nordkoreanischer Sicht sind diese Geschäfte Teil eines umfassenden Plans, Südkorea in einen “Außenposten intensiver Konfrontation” zu verwandeln. Die Regierung in Pjöngjang behauptet zudem, dass US-Waffenverkäufe an Japan und Taiwan die Spannungen im gesamten asiatisch-pazifischen Raum anheizen würden. Das nordkoreanische Außenministerium erklärte:
“Angesichts der provokativen Bemühungen der USA und ihrer Verbündeten, ihre Streitkräfte aufzurüsten, vertritt die DVRK die Position, neuen Bedrohungen durch die kontinuierliche Verbesserung ihrer Abschreckungsfähigkeit zu begegnen.”
Pjöngjang drohte damit, seine Anstrengungen zur Wahrung des militärischen Gleichgewichts in der Region und zur Stabilisierung der Lage auf der koreanischen Halbinsel zu “intensivieren”.
Die Teilung Koreas erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Koreakrieg (1950–1953) endete nicht mit einem Friedensvertrag, sondern lediglich mit einem Waffenstillstand. Formal befinden sich die beiden Staaten daher bis heute im Kriegszustand.
Die USA unterhalten in Südkorea fast 30.000 Soldaten, gewähren ihrem Bündnispartner nuklearen Schutz und führen regelmäßig gemeinsame Militärmanöver mit Seoul durch. Washington und Seoul bezeichnen diese Maßnahmen als unerlässlich für die Sicherheit und Abschreckung.
Pjöngjang betrachtet die US-Militärpräsenz, die gemeinsamen Übungen und Truppenverlegungen in der Region hingegen als feindselige Akte. Seit Jahren argumentiert die Führung, dass die militärische Kooperation zwischen den USA und Südkorea einer Kriegsvorbereitung gleichkomme. Nordkorea testet und präsentiert regelmäßig neue Waffensysteme und stellt seinen militärischen Aufrüstungsprozess als notwendige Reaktion auf den Druck Washingtons und seiner regionalen Verbündeten dar. Die Atom- und Raketenprogramme des Landes beschreibt Pjöngjang als unverzichtbare Abschreckungsmittel gegen ausländische Einmischung. Sie seien rein defensiver Natur und dienten der Wahrung der Souveränität und des Friedens durch Stärke.
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