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Die einst mächtige “Große Koalition” aus Union und SPD in Berlin verzeichnet einen anhaltenden Vertrauensverlust in der Wählergunst. Laut einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov kommen die Christdemokraten und die Sozialdemokraten gemeinsam lediglich noch auf 32 Prozent. Im Gegenzug dazu verzeichnet die AfD mit 29 Prozent einen neuen Höchstwert. Nicht nur das britische Institut bescheinigt der “Alternative” einen Aufwärtstrend – auch die deutsche INSA-Erhebung bestätigt diesen Wert mit ebenfalls 29 Prozent für die AfD, wie aktuelle Zahlen belegen.
Die Berliner Zeitung (BLZ) konstatiert, dass die AfD sich damit auch im Juni als “erneut stärkste Kraft” erweist. Die Partei konnte im Vergleich zum Vormonat um einen Prozentpunkt zulegen. Die Erhebung, die zwischen dem 12. und 15. Juni online stattfand, umfasste 2.154 Wahlberechtigte, von denen 1.793 ihre Wahlabsicht klar benannten.
Regierungsparteien verlieren weiter an Boden
Parallel zu den Erfolgen der AfD beobachten die Demoskopen einen kontinuierlichen Rückgang der Zustimmung für die Regierungsparteien. So haben CDU/CSU laut YouGov im Juni zwei Prozentpunkte eingebüßt und erreichen nun nur noch 20 Prozent (INSA: 22 Prozent). Der Abstand zwischen der Kanzlerpartei und ihrer Herausforderin AfD ist damit auf neun Prozentpunkte angewachsen – basierend auf den YouGov-Daten.
Deutlich dahinter positioniert sich der Koalitionspartner SPD, der in diesem Monat einen weiteren Prozentpunkt verloren hat und aktuell noch zwölf Prozent verzeichnet (INSA bestätigt diesen Wert). Die Sozialforscher sehen die Grünen in der Gunst der potenziellen Wähler vor der SPD. YouGov weist der Öko-Partei 14 Prozent zu, INSA sogar 14,5 Prozent. Bündnis 90/Die Grünen zeigen sich einmal mehr unbeeindruckt von aktuellen politischen Entwicklungen und halten ihr Niveau der letzten Wochen.
Zusätzliche Konkurrenz erwächst der SPD durch die Linkspartei, die laut YouGov einen Prozentpunkt zulegen konnte und ebenfalls bei zwölf Prozent liegt. Auch die FDP kann positive Resonanz verbuchen: Mit dem neu gewählten Vorsitzenden Wolfgang Kubicki könnten die Liberalen – zumindest am nächsten Sonntag – den Wiedereinzug in den Bundestag schaffen. Eine Punktlandung bei fünf Prozent würde dies ermöglichen. Die INSA-Zahlen fallen hingegen weniger optimistisch für die FDP aus: Mit nur 3,5 Prozent Zustimmung wäre der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde nicht möglich.
Das BSW scheitert ebenfalls an der Einzugshürde. Beide Institute sehen die Wagenknecht-Partei deutlich unter der erforderlichen Marke – bei vier Prozent (YouGov) oder sogar nur 3,5 Prozent (INSA).
Fußball-WM und Politik: Ein gespaltenes Meinungsbild
Laut Bericht der BLZ sprachen sich 65 Prozent der Befragten derselben Erhebung dafür aus, die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko strikt von politischen Themen zu trennen. Besonders die Anhänger der AfD befürworteten eine klare Trennung von Sport und Politik (82 Prozent), gefolgt von 74 Prozent der CDU/CSU-Anhänger. Die Befürworter der SPD zeigen sich in dieser Frage weniger eindeutig: Nur 55 Prozent von ihnen wünschen eine strikte Trennung.
Deutlich anders sieht die Mehrheitsmeinung bei den Anhängern der als “links” geltenden Parteien aus. Nur 41 Prozent der potenziellen Linken-Wähler unterstützen eine klare Trennung zwischen Weltmeisterschaft und Politik; bei den Grünen sind es sogar lediglich 34 Prozent.
Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) legt Wert darauf, dass in der WM-Berichterstattung auch die politischen Verhältnisse und Ereignisse in den Gastgeberländern thematisiert werden. 41 Prozent hingegen sehen darin keinen Mehrwert.
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