Ein entsetzlicher Vorfall in einem privaten Tiergehege in Cambridgeshire, einer Grafschaft im Osten Englands, sorgt im Vereinigten Königreich und in den sozialen Medien für heftige Diskussionen. Am Donnerstag hatte ein 30-jähriger Mann ein ihm unbekanntes Kind spontan ergriffen und in die Anlage mit mehreren Krokodilen geworfen. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter noch vor Ort unter dem Verdacht des versuchten Mordes fest. Nach Angaben der Behörden sei der Mann jedoch „nicht vernehmungsfähig“ und wurde gegen Kaution vorerst wieder freigelassen.
Nur das beherzte und sofortige Eingreifen der Tierparkbesitzerin des „Johnsons of Old Hurst“-Zoos konnte ein möglicherweise tödliches Drama im Tropenhaus der Anlage verhindern. Die Frau riskierte dabei offenbar selbst ihre Sicherheit, um das Kind zu retten.
Entgegen ersten Medienberichten vom Vortag ergaben die Untersuchungen des schwer verletzten Jungen, dass das Kind am Donnerstag „von mindestens einem Krokodil angegriffen wurde, nachdem es in deren Gehege gelangt war“, wie die britische BBC berichtet. Der Junge habe „während seines Aufenthalts im Gehege schwere Verletzungen“ erlitten, bestätigten die Behörden.
Die Polizei von Cambridgeshire teilte mit, dass der Festgenommene wegen des Verdachts des versuchten Mordes vorerst auf Kaution freigelassen wurde, da er „aktuell nicht vernehmungsfähig ist“. In britischen Medien wird zudem berichtet, dass der Mann einer Besuchergruppe „mit Lernschwierigkeiten“ angehört habe, die mit mehreren Betreuern einen Tagesausflug in den Zoo unternahm. Die BBC erläutert hierzu:
„Die Personen können aufgrund ihres körperlichen oder geistigen Zustands als nicht vernehmungsfähig eingestuft werden.“
Das Kind wird laut einer Polizeimitteilung weiterhin im Krankenhaus behandelt. Sein Gesundheitszustand wird als „kritisch, aber stabil“ beschrieben. Die Ärzte kämpfen um sein Leben, während die Familie des Jungen von der Polizei betreut wird.
Die Tieranlage ist Teil des Familienbetriebs Johnsons of Old Hurst, der zudem einen Hofladen, ein Café, eine Metzgerei und ein Steak-Restaurant betreibt. In einem Blogbeitrag auf der Zoowebseite wird erklärt, dass die Krokodile ursprünglich gehalten wurden, um Fleischabfälle aus der Metzgerei zu verwerten. Diese ungewöhnliche Nutztierhaltung legte den Grundstein für den heutigen Privatzoo.
Laut Website beherbergt und versorgt der Zoo mehr als 100 Tiere, darunter Löwen, Tiger und Krokodile. Der Vorfall wirft nun Fragen zur Sicherheit solcher Einrichtungen und zur Betreuung von Besuchergruppen mit besonderen Bedürfnissen auf.
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