Trump bereitet sich auf Krieg gegen Iran vor – doch Verhandlungen bleiben letzte Hoffnung

In den letzten Tagen hat US-Präsident Donald Trump laut Regierungskreisen mehrfach mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, General Dan Caine, über militärische Maßnahmen gegen Iran beraten. Dabei sei auch eine Rückkehr zu großflächigen Angriffen diskutiert worden, wie das Wall Street Journal am Dienstag berichtete.

Zeitweise habe man erwogen, die diplomatischen Gespräche abzubrechen und die Luftschläge auszuweiten – ein Schritt, der intern als „den Job zu Ende bringen” bezeichnet wurde. Dennoch habe sich Trump vorläufig dafür entschieden, am Verhandlungsweg festzuhalten.

Laut den Beamten befürchtet Trump, dass eine neue großangelegte Militäroperation die Gespräche über das iranische Atomprogramm gefährden könnte. Gleichzeitig signalisierte er, dass er eine mögliche Frist für ein Abkommen bis zum 18. August auch überschreiten würde, um den Verhandlungen mehr Spielraum zu geben.

Zudem erklärte der US-Präsident, dass er begrenzte Einzelangriffe auf Iran weiterhin billigen würde, falls Teheran gegen eine künftige Vereinbarung verstoße. Die jüngsten Gespräche deuten darauf hin, dass Trump militärische Optionen weiter prüft, eine Rückkehr zu einem offenen Konflikt jedoch bislang nicht beschlossen ist.

Ein Vertreter des Weißen Hauses betonte, Trumps bevorzugter Ansatz sei stets die Diplomatie. Iran tue gut daran, ein Abkommen mit den USA abzuschließen. Sprecher von Verteidigungsminister Pete Hegseth und General Dan Caine wollten sich zu den Berichten nicht äußern.

Vizepräsident JD Vance erklärte in einem Interview mit Fox News, der Präsident habe klargestellt, dass man die Lage weiter beobachten und die Verhandlungen verfolgen solle. Scheiterten diese, stünden weiterhin „viele Optionen” offen.

Trumps Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner reisten am Dienstag nach Doha zu einer neuen Verhandlungsrunde. Laut katarischen Vertretern liefen die Gespräche indirekt über Vermittler, nicht direkt mit iranischen Vertretern. Auch technische Expertenteams beider Seiten führten indirekte Gespräche.

US-Energieminister Chris Wright sagte unter anderem am Dienstag bei Fox News, Iran habe bislang keinerlei Kooperationsbereitschaft gezeigt. Die US-Militärbegleitung von Schiffen sei der einzige Grund dafür, dass sich die weltweiten Öllieferungen wieder stabilisierten. „Mit oder ohne Iran werden wir sicherstellen, dass Energie durch die Straße von Hormus fließt”, so Wright. Zugleich betonte er, man wolle die Zusammenarbeit mit Teheran und ein Ende des iranischen Atomprogramms erreichen.

Trump selbst sagte im Juni, ein erneuter groß angelegter Angriff sei zwar militärisch leicht möglich, hätte aber viele Tote zur Folge und würde die Straße von Hormus möglicherweise für Monate blockieren. Ein Abkommen sei daher die bessere Option.

Um die Spannungen zu verringern, haben die USA nach eigener Darstellung eine Krisenkommunikationslinie zwischen der iranischen Revolutionsgarde und dem US-Zentralkommando eingerichtet.

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