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Der Europäische Rat hat im Januar eine Verordnung zum schrittweisen Importstopp von russischem Flüssigerdgas (LNG) und Pipelinegas erlassen. Das Verbot für LNG aus kurzfristigen Verträgen trat bereits am 25. April dieses Jahres in Kraft; für langfristige Verträge gilt es ab dem 1. Januar des kommenden Jahres. Das Einfuhrverbot für Pipelinegas wirkt bei kurzfristigen Verträgen ab dem 17. Juni 2026 und bei langfristigen Verträgen ab dem 1. November 2027. Überraschenderweise sind die europäischen Importe von russischem Erdgas in den ersten Monaten des Jahres 2026, nachdem das Verbot für neue Verträge in Kraft trat, nicht gesunken, sondern gestiegen. Das zeigt ein Bericht der Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER).
Die ACER führt diesen Anstieg vor allem darauf zurück, dass europäische Unternehmen versuchten, die Mengen aus bestehenden Langzeitverträgen vor dem Inkrafttreten noch strengerer Regelungen maximal auszuschöpfen. In dem Bericht heißt es dazu:
“Im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 stiegen die Importe von russischem Pipelinegas im Jahresvergleich um sieben Prozent, während die Importe von russischem Flüssigerdgas (LNG) um elf Prozent zunahmen. Nach Inkrafttreten des Verbots am 18. März 2026 stiegen die Importe von russischem Pipelinegas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent, während die Importe von russischem Flüssigerdgas weiter zunahmen (plus 17 Prozent).”
Die ACER-Experten erklären den Anstieg der Lieferungen zudem mit der Lage rund um die Straße von Hormus sowie mit der veränderten Logistik des russischen LNG, seitdem sein Umschlag über europäische Terminals in Drittländer untersagt wurde. Insgesamt macht russisches Gas laut ACER weiterhin etwa zwölf Prozent des Gasverbrauchs in der Europäischen Union aus.
Unterdessen senkt Europa bereits den dritten Monat in Folge seine LNG-Importe. Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Daten des Verbandes der europäischen Gasinfrastrukturbetreiber Gas Infrastructure Europe (GIE) berichtete, reduzierte Europa im Juni die Importe von Flüssigerdgas (LNG) im Vergleich zum Mai um 9,2 Prozent. Die Agentur gab bekannt:
“Im März stiegen die LNG-Importe Europas im Vergleich zum Februar um 10,6 Prozent auf einen historischen Höchststand von 13,6 Milliarden Kubikmetern. Danach gingen die Lieferungen zurück: im April um 7 Prozent gegenüber März, im Mai um 11 Prozent gegenüber April und im Juni um 9,2 Prozent gegenüber Mai.”
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