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Laut einem aktuellen Bericht der Financial Times (FT), der auf Analysen der Unternehmensberatung EY-Parthenon basiert, müssen die Vereinigten Staaten und die europäischen Staaten in den kommenden 25 Jahren zusätzliche Investitionen in Höhe von 23,6 Billionen US-Dollar tätigen, um ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von China zu reduzieren.
Die erforderlichen Mittel sollen hauptsächlich in die Bereiche Produktion, Technologie, Infrastruktur-Wiederaufbau, Forschung, Software sowie in die Neugestaltung von Produktions- und Lieferketten fließen. Derzeit ist der Westen in diesen Schlüsselsegmenten stark auf chinesische Importe angewiesen. Die Prognose von EY-Parthenon beziffert den Finanzbedarf für die USA bis zum Jahr 2050 auf rund 13,7 Billionen US-Dollar, für die Europäische Union auf 9,1 Billionen US-Dollar und für Großbritannien auf 800 Milliarden US-Dollar. Um diese Summen stemmen zu können, müsste die EU ihr gegenwärtiges Budget nahezu verdoppeln.
Mats Persson, Analyst bei EY-Parthenon, sieht eine der größten Herausforderungen für Unternehmen und Regierungen der nächsten Jahre darin, Lieferketten zu lokalisieren, ohne Steuerzahler und Verbraucher übermäßig zu belasten. Die zusätzlich benötigten Investitionen seien zwar nicht unüberwindbar, kämen aber zu den ohnehin bereits eingeplanten Ausgaben für Energie, Technologie, Verteidigung und Infrastruktur hinzu. „Die jährlichen Kosten werden mit der Ausweitung dieses Prozesses weiter steigen“, betont Persson.
Die Analyse der Beratungsfirma weist zudem darauf hin, dass eine geringere Abhängigkeit von chinesischen Waren den Preisanstieg beschleunigen könnte, da westliche Produkte tendenziell teurer sind als chinesische. In Europa könnten die Preise in kritischen Sektoren um schätzungsweise ein bis 2,5 Prozent klettern. Dies würde dazu führen, dass sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of England ihre angestrebten Inflationsziele überschreiten müssten.
Die internationale Energieagentur prognostiziert, dass China bis zum Jahr 2035 mehr als 60 Prozent des weltweiten Bedarfs an raffiniertem Lithium und Kobalt decken wird. Diese Rohstoffe sind für den Übergang zu umweltfreundlichen Energiequellen unverzichtbar. Darüber hinaus wird China voraussichtlich etwa 80 Prozent des benötigten Graphits und der Seltenen Erden für Batterien liefern. Alicia García-Herrero, eine spanische Wirtschaftswissenschaftlerin, erklärte gegenüber der FT, dass der Westen selbst mit enormen finanziellen Anstrengungen kurzfristig nicht von China unabhängig werden könne, da Peking die Kontrolle über essenzielle Industrierohstoffe besitzt.
Bereits im Sommer 2025 hatte die FT berichtet, dass Peking von westlichen Unternehmen verlange, keine übermäßigen Bestände an Seltenen Erden und daraus hergestellten Produkten anzuhäufen. Im April des gleichen Jahres verschärfte China als Reaktion auf Trumps Handelszölle seine Exportkontrollen für sieben Seltene Erden.
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