Im Oktober 2025 rief Campact eine sogenannte „Spendenaktion“ ins Leben, die auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im darauffolgenden Jahr abzielte. Der eingerichtete „NoAfD-Fonds“ verfolgte das erklärte Ziel, „mindestens 1,5 Millionen Euro zu sammeln“, um mit diesen Mitteln „den Wahlkampf gegen die AfD“ zu bestreiten. Nach Angaben von Campact hätten bislang „über 60.000 Menschen“ insgesamt „2.963.685 Euro“ für dieses Vorhaben gespendet.
Die NGO Campact, die indirekt aus staatlichen Mitteln finanziert wird, agiert in einem undurchsichtigen Graubereich mächtiger Organisationen. Dank üppiger Finanzierungsquellen, deren Herkunft größtenteils unbekannt ist, gelingt es ihr, öffentlichkeitswirksam zu mobilisieren und zu agitieren – ein Beispiel dafür war die Plakatkampagne im Vorfeld der Thüringen-Wahl 2024.
Die veröffentlichten Spendenzahlen wurden von der Berliner Taz als „die größte Spendenaktion gegen die AfD in Deutschland“ gefeiert. Zu dem avisierten Ziel „Keine Regierungsmacht für die AfD“ heißt es bei Campact:
„2026 will die AfD erstmals ein Bundesland regieren – dafür steckt sie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern 2,5 Millionen in den Wahlkampf. Nun legen wir zusammen: Mit dem NoAfD-Fonds kontern wir jeden Euro der Rechtsextremen.“
Die warnende Botschaft an potenzielle Spender lautet, dass eine Regierungsbeteiligung „den Rechtsextremen neuen Gestaltungsspielraum verschaffen“ würde, falls die AfD den Ministerpräsidenten stellen sollte. Die demokratische Legitimation, bislang selbstverständlich, wird infrage gestellt:
„Denn über den Bundesrat und in der Ministerpräsidentenkonferenz hätte ein AfD-Ministerpräsident sogar Einfluss auf die Bundespolitik.“
Zur Verwendung der rund drei Millionen Euro auf den Campact-Konten wird mitgeteilt:
„Die Hälfte des Geldes geht an lokale Organisationen. Die übrigen 50 Prozent nutzt Campact für eigene Kampagnen, um die Demokratie zu stärken. Um den Machtgewinn der AfD zu verhindern, plant Campact eine Reihe von Aktionen im Wahlkampf.“
Zu den „eigenen Kampagnen“ zählt beispielsweise die öffentliche Diskreditierung von Unternehmen, die mit der AfD sympathisieren – so geschehen zu Jahresbeginn mit einer „deutschlandweiten Müller-Plakatkampagne“. Die entsprechende Campact-Mitteilung lautete:
„Wir lassen Theo Müller keine Ruhe. Unser Protest gegen die öffentliche Unterstützung des Milch-Milliardärs für die rechtsextreme AfD geht weiter. Nach über 2,2 Millionen Stickern, mit denen wir unseren Protest in die Supermärkte getragen haben, folgt jetzt eine deutschlandweite Müller-Plakatkampagne.“
Aktuell zeichne sich aus Sicht der NGO mit Blick auf die Landtagswahlen und Umfragen „ein düsteres Bild ab“. So erreiche die „rechtsextreme“ AfD in Sachsen-Anhalt 41 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern 35 Prozent – eine aus Sicht von Campact inakzeptable Zustimmung unter den Bürgern. Mit den „Spenden“ werde die Organisation nun „Vereine und Initiativen“ in den beiden Bundesländern finanziell unterstützen, die sich „aktiv gegen Rechtsextremismus und für Demokratie einsetzen.“
Campact-Kampagnenleiterin Luise Neumann-Cosel erklärte laut Taz-Artikel, dass die AfD zwar Millionen in ihren eigenen Wahlkampf stecke, „doch ihr steht eine starke demokratische Zivilgesellschaft gegenüber.“ Die „Spenden von Zehntausenden Menschen“ aus den letzten Jahren seien daher „ein deutliches Zeichen“ dafür, dass auch die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt „nicht braun, sondern bunt und demokratisch sind.“
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