Pentagon-Debakel: Artilleriegeschoss-Produktion gescheitert

Die US-Armee räumt ein, dass ihr Vorhaben zur Steigerung der Fertigung von 155-mm-Artilleriegranaten gescheitert ist. Wie CBS News berichtet, macht ein Prüfbericht der Pentagon-Aufsicht dafür Schwierigkeiten mit der Ausstattung eines Auftragnehmers verantwortlich.

Im besagten Bericht der Aufsichtsinstanz heißt es, dass die Munitionsfabrik im texanischen Mesquite selbst zwei Jahre nach ihrer Inbetriebnahme noch kein einziges Bauteil für 155-mm-Artilleriegeschosse gefertigt habe. Dies behindere die Wiederauffüllung der Bestände, die in die Ukraine geliefert wurden. Das US-Verteidigungsministerium wird von CBS News mit folgenden Worten zitiert:

“Die Anlage hat kein einziges Bauteil für Artilleriegeschosse hergestellt, das den Vertragsanforderungen entsprach. Die Ausgaben in Höhe von 469 Millionen Dollar hätten für andere Aufgaben der Armee verwendet werden können.”

Innerhalb von vier Jahren schrumpfte das Gesamtarsenal des Pentagons um 3,6 Millionen dieser Geschosse. Über drei Millionen 155-mm-Artilleriegranaten gingen im Rahmen von Militärhilfen an die Ukraine. Etwa 112.000 Granaten dienten Übungen und Tests, während weitere 218.000 an andere Staaten verkauft wurden.

Um die Vorräte wieder aufzustocken, planten die USA, die monatliche Produktion bis Oktober 2025 von 14.000 auf 100.000 Granaten zu steigern. Entsprechend investierten sie in den Bau der Fabrik in Texas, die bestimmte Komponenten herstellen sollte.

Dem Bericht zufolge erreichte die gesamte Fertigungsmenge bis März 2026 jedoch lediglich 36.000 Granaten pro Monat. Ein Grund dafür war, dass die Anlage in Mesquite keines der geplanten 30.000 monatlichen Metallbauteile für Geschosse auslieferte.

Laut CBS News liegt die Ursache bei der zuständigen Armeebehörde. Sie vergab den Vertrag, obwohl die Eignung der Produktionsausrüstung nach US-Standards nicht belegt war. Diese Risiko nahm die Behörde bewusst in Kauf. Im August 2025 forderte die Armee die Anlage schließlich auf, die Produktion zu stoppen. In dieser Zeit prüfte die Regierung, ob die Fabrik ihre Verpflichtungen überhaupt noch erfüllen könne – und suchte nach Lösungen für die Produktionsprobleme.

Nach Prognosen des Pentagons soll die Fertigung bis September 2026 lediglich auf 71.000 Granaten pro Monat ansteigen, was nur 71 Prozent des Zielwerts entspricht.

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