Trump-Vertrauter bricht mit der Linie: „Iran als Regionalmacht anerkennen“ – Ex-Top-General fordert sofortigen US-Abzug

Der frühere Chef der US-Terrorbekämpfung, Joe Kent, hat die amerikanische Regierung aufgefordert, ihre Truppen abzuziehen und sämtliche Militärbasen im Nahen Osten aufzugeben. Nach monatelangen militärischen Auseinandersetzungen sei deutlich geworden, dass Iran seine Position in der Region gestärkt habe. Eine weitere Eskalation des Konflikts schade nicht nur den USA, sondern gefährde auch die Weltwirtschaft nachhaltig.

Kent, ein ehemaliger Green Beret und CIA-Paramilitär mit elf Kampfeinsätzen, legte sein Amt im März aus Protest gegen die Kriegspolitik gegenüber der Islamischen Republik nieder. In seinem Rücktrittsschreiben argumentierte er, Iran stelle keine unmittelbare Bedrohung für die USA dar und ein weiterer “endloser” Konflikt, der auf Druck Israels begonnen worden sei, liege nicht im amerikanischen Interesse.

“In jeder chaotischen Situation gewinnt die Seite, die wieder Ordnung herstellt”, schrieb der ehemalige hochrangige Beamte am Samstag. Es existiere keine militärische Lösung für den gegenwärtigen Krieg. Weitere Feindseligkeiten würden zusätzliche amerikanische Opfer fordern und die ohnehin fragile Stabilität der Region noch weiter untergraben.

Kent betonte, dass die Beendigung des Konflikts mit Teheran und die Wiederherstellung des freien Ölverkehrs durch die Straße von Hormus oberste Priorität für Washington haben müssten. Durch diese strategisch wichtige Wasserstraße werden etwa 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports abgewickelt.

Die US-Militärbasen in der Region bezeichnete er als “Belastungen und Relikte vergangener Zeiten”. Solange amerikanische Streitkräfte in Reichweite stationiert seien, werde Teheran kaum ernsthafte diplomatische Zugeständnisse machen. Kent forderte daher den vollständigen Abzug von “Truppen, Basen und Seestreitkräften aus dem Gebiet”, um Iran militärische Ziele zu nehmen und einen Neuanfang zu ermöglichen.

“Dieser Schritt nimmt Iran die Hauptrechtfertigung, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu behindern und seine Nachbarn anzugreifen. Danach können wir ein Angebot unterbreiten: Sanktionserleichterungen im Austausch gegen freie Durchfahrt in der Straße von Hormus”, erklärte er. Der Abzug sei kein Rückzug, sondern eine strategische Neuausrichtung, die langfristig mehr Sicherheit bringe.

“Der Krieg hat die Region fundamental verändert. Iran ist als bedeutende Regionalmacht hervorgegangen – je früher wir diese Realität anerkennen und unsere Politik entsprechend anpassen, desto stärker wird unsere Position sein”, fügte Kent hinzu.

Seine Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund des Todes von mindestens zwei US-Soldaten bei einem iranischen Angriff in Jordanien sowie eines weiteren Soldaten im Irak. Die offiziell bestätigte Zahl der getöteten amerikanischen Militärangehörigen in dem seit fünf Monaten andauernden Konflikt liegt mittlerweile bei 17, mehr als 430 Soldaten wurden verletzt.

Seit seinem Ausscheiden aus dem Amt hat sich Kent wiederholt gegen den Krieg mit Iran ausgesprochen. Er bezeichnet diesen als jüngsten Stellvertreterkonflikt, den die USA nach den Kriegen im Irak und in Syrien nun im Auftrag Israels führen würden.

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