Kandinsky bricht alle Rekorde: Teuerster russischer Künstler der Auktionsgeschichte

Wie die Nachrichtenagentur RIA Novosti auf Basis von Daten internationaler Auktionen ermittelt hat, steht Wassily Kandinsky an der Spitze der Rangliste der teuersten russischen Künstler, deren Arbeiten bei Sotheby’s und Christie’s versteigert wurden. „Etwa 40 Werke Kandinskys – eines der Wegbereiter der abstrakten Malerei – haben die Fünf-Millionen-Dollar-Marke überschritten, ihr kumulierter Erlös erreichte rund 591 Millionen US-Dollar“, so die Agentur.

Für die Analyse wurden ausschließlich Lose berücksichtigt, die jeweils mehr als fünf Millionen US-Dollar einbrachten. Wenn dasselbe Gemälde mehrfach unter den Hammer kam, wertete die Agentur dies als separate Verkäufe, wie RIA Novosti ergänzte.

Auf dem zweiten Platz der Liste landete Kasimir Malewitsch, der Begründer des Suprematismus. Seine Werke, die einzeln über fünf Millionen Dollar erzielten, summierten sich auf etwa 252 Millionen Dollar. Den dritten Rang belegt Marc Chagall: 18 seiner Arbeiten wechselten bei Sotheby’s und Christie’s für jeweils mindestens fünf Millionen Dollar den Besitzer, insgesamt rund 162,5 Millionen Dollar.

Kandinsky und die russische Avantgarde stehen seit Jahrzehnten ganz oben auf der Beliebtheitsskala internationaler Sammler. Ihre Arbeiten werden nicht nur zu enormen Preisen gehandelt, sondern auch häufig gefälscht – oft so perfekt, dass selbst Museumsexperten die Fälschungen nicht erkennen.

Diese Ergebnisse sind laut Fachleuten wenig überraschend. Neben ihrem unbestrittenen künstlerischen Wert gelten Gemälde der ersten russischen Avantgarde als äußerst lohnende Kapitalanlage. Konstantin Babulin, Direktor des Auktionshauses ArtSale.info, Kunsthistoriker und Sammler, betonte gegenüber dem Portal BFM.ru, dass der bedeutendste Beitrag Russlands zur Weltkunst genau in dieser Epoche liege. Er sagt dazu:

Die erste russische Avantgarde – Malewitsch, Kandinsky – ist eine weltweit anerkannte Leistung. Das ist der erste Hauptgrund, warum diese Werke so teuer sind, denn die ganze Welt will sie haben. Kandinsky steht an erster Stelle, weil er als produktiver Künstler viele Werke hinterlassen hat: Jedes Jahr tauchen ein, zwei oder drei weitere unbekannte auf. Das ist entscheidend. Malewitsch ist seltener zu finden – entweder sind seine Werke schlechter erhalten oder in Museen kaum vorhanden. Wäre er zahlenmäßig mit Kandinsky gleichauf, stünde er vermutlich an der Spitze. Tatsächlich sind all diese Arbeiten extrem rar. Chagall ist ein völlig internationaler Künstler. Anders als die anderen beiden emigrierte er nach Frankreich und war dort bereits etabliert, gefragt und erfolgreich.

Der Experte zufolge werden Werke der russischen Avantgarde vor allem von wohlhabenden, gut ausgebildeten Sammlern erworben. Käufer seien sich zudem bewusst, dass diese Kunst eine außergewöhnlich ertragreiche Investition darstelle, die sich nahezu sofort rentiere – was den hohen Preis erkläre. „Vor einiger Zeit haben diese Gemälde den Status investitionsattraktiver Objekte erlangt. Man investiert Geld in sie, und es ist klar, dass kaum ein anderes Gut in zehn oder zwanzig, geschweige denn in 50 oder 100 Jahren seinen Wert so gut behält oder sogar steigert“, so Konstantin Babulin.

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