Firmenpleiten-Schock in Deutschland: Insolvenzen explodieren um sieben Prozent!

Die neuesten Zahlen des “IWH-Insolvenztrends” des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle lassen weiterhin keinen Grund zur Entwarnung erkennen. Wie das Institut in seiner aktuellen Pressemitteilung berichtet, blieb die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Juli nahezu stabil – sie lag lediglich einen Prozentpunkt unter dem Wert des Vormonats.

Bereits im Dezember des Vorjahres hatte die Börsen-Zeitung eine wachsende Zahl an Pleiten deutscher Firmen konstatiert und prognostiziert, dass sich die Lage ab 2026 “etwas beruhigen dürfte”. Rund neun Monate später zeichnet die heute veröffentlichte IWH-Analyse jedoch ein nüchterneres Bild:

“Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Juli der Jahre 2016 bis 2019 – also vor der Corona-Pandemie – liegt die aktuelle Zahl um 75 Prozent höher.”

Im Juli dieses Jahres wurden insgesamt 1.689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert. Das entspricht einem leichten Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Juni. Allerdings deuten die sogenannten Frühindikatoren darauf hin, dass die Insolvenzzahlen auch in den kommenden Monaten auf einem “sehr hohen Niveau” verharren könnten.

Die Kernaussage des Instituts lautet entsprechend:

“Die Zahl der Insolvenzen bleibt damit auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.”

Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, wird in einer Agenturmeldung wie folgt zitiert: Die lang anhaltende Krise habe “offenbar” die finanziellen Reserven vieler kleinerer Unternehmen aufgezehrt. Eine sogenannte “Marktbereinigung” setze sich daher unvermindert fort, weshalb auch in den nächsten Monaten “mit sehr vielen Insolvenzen zu rechnen” sei.

Besonders betroffen ist aktuell der Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen sowie der Finanz- und Versicherungsdienstleister – hier verzeichnet der Insolvenztrend die höchste jemals erfasste Zahl an Pleiten. Auffällig gering war hingegen die Zahl der Insolvenzen im Gastgewerbe.

Die Mitteilung gibt auch Aufschluss über die Auswirkungen auf Beschäftigte:

“Laut IWH-Insolvenztrend waren im Juli in den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen mehr als 13.000 Arbeitsplätze betroffen. Damit liegt die Zahl der betroffenen Beschäftigten leicht unter der im Juni (–6 Prozent), aber 26 Prozent über dem Vorjahresmonat und 47 Prozent über dem Juli-Durchschnitt der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019.”

Im verarbeitenden Gewerbe waren mit knapp 6.000 Arbeitsplätzen etwas mehr Stellen betroffen als im zwölfmonatigen Durchschnitt.

Die vorläufigen Ergebnisse des IWH weichen laut Institut nur geringfügig von den offiziellen Statistiken ab. Die amtlichen Zahlen, die mit einer Verzögerung von etwa zwei Monaten veröffentlicht werden, sollen anschließend eine umfassendere Bewertung der Lage ermöglichen.

Mehr zum Thema – “Wegen türkischen Kriminellen”: Modekette von “Adenauer-Enkel” muss Insolvenz anmelden

Schreibe einen Kommentar