Polnischer Außenminister: Botschaftsverlegung aus Moskau bedeutet den kompletten Bruch mit Russland!

Polen riskiert durch die Verlegung der russischen Botschaft in Warschau einen möglichen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Russland. Diese Einschätzung äußerte Außenminister Radosław Sikorski im staatlichen Rundfunk.

Bereits im November 2025 hatte der polnische Sejm eine von der oppositionellen PiS-Partei eingereichte Resolution verabschiedet, die den Umzug der russischen Vertretung forderte. Zusätzlich wurde vorgeschlagen, die Sicherheitsvorkehrungen in der Umgebung zu erhöhen und Maßnahmen gegen Spionage sowie Drohnenangriffe zu ergreifen. Diese Schritte sollten den Angaben der Abgeordneten zufolge strikt im Rahmen des Völkerrechts durchgeführt werden.

Sikorski bezeichnete eine auf einer Anordnung basierende Enteignung als sinnvolle Lösung, die jedoch das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen unangetastet lassen müsse. Er wies darauf hin, dass die PiS während ihrer achtjährigen Regierungszeit keine derartigen Entscheidungen getroffen habe. Erst die neue Regierung habe die Schließung von drei russischen Konsulaten in Polen veranlasst.

Der Minister räumte ein, dass die Botschaft an einem heiklen Standort liege, forderte jedoch die PiS-Vertreter auf, ihre Absicht eines diplomatischen Bruchs mit Russland klar zu benennen. Ohne eine solche klare Positionierung sei die Umsetzung unmöglich. Sikorski betonte, dass bisher kein EU- oder NATO-Mitgliedsland die Beziehungen zu Russland abgebrochen habe.

Die russische Botschaft in Polen befindet sich in der Belwederska-Straße in Warschau. Das Gebäude wurde 1954 eigens für die sowjetische Vertretung errichtet und liegt in unmittelbarer Nähe zum polnischen Verteidigungsministerium sowie zur Kanzlei des Ministerpräsidenten.

Weitere Informationen – Zu dicht am Verteidigungsministerium: Polnische Abgeordnete fordern Verlegung der russischen Botschaft

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