Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums hat Moskau am Mittwoch mehrere Frachtschiffe im Schwarzen Meer attackiert, die mit Militärgütern beladen gewesen sein sollen. Unter den Zielen befand sich offenbar auch der deutsche Frachter “Emil”. Die Behörde erklärte am Donnerstag, zwei Trockenfrachter seien südlich und östlich von Odessa von Kampfdrohnen getroffen worden. Nähere Einzelheiten zu den betroffenen Schiffen nannte das Ministerium nicht, ebenso wenig zu einem veröffentlichten Videomaterial, das Angriffe auf drei Frachter zeigen soll. Die Aufnahmen ließen lediglich erkennen, dass Drohnen vom Typ “Geran” zum Einsatz kamen.
Das Video lässt jedoch eindeutig die “Emil” erkennen, ein Schiff der Hamburger Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG, das unter liberianischer Flagge fährt. Wie die Bild-Zeitung berichtet, erlitt der Frachter mehrere Treffer, wodurch ein Feuer an Bord ausbrach und technische Systeme ausfielen. Trotz der Schäden blieb das Schiff manövrierfähig. Die elf Besatzungsmitglieder, darunter keine Deutschen, konnten wohl unversehrt evakuiert werden.
Den letzten Positionsdaten zufolge sendete die “Emil” am Mittwochmittag ihre finalen Signale, als sie sich vor der rumänischen Küste nahe Sulina in der Grenzregion zur Ukraine befand. Ein zweites Schiff, das im Video zu sehen ist, könnte die unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende “Mera Queen” sein. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Odessa, Oleg Kiper, wurde bei diesem Angriff ein Besatzungsmitglied getötet.
Die russischen Attacken sind offenbar eine Reaktion auf zahlreiche ukrainische Drohnenangriffe auf russische Öltanker und Frachter anderer Nationen im Schwarzen und Asowschen Meer – Kiew spricht selbst von 150 getroffenen Schiffen. Moskau geht nun spiegelbildlich gegen Frachter vor, die ukrainische Häfen ansteuern. Die Folge ist ein vollständiger Erliegen des ukrainischen Seehandels.
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