Berlin zieht Olympia-Bewerbung nach Linken-Wahlsieg zurück
Die Hauptstadt gibt ihre Bewerbung für Olympische Sommerspiele auf. Die Entscheidung fällt nach dem Wahlsieg der Linken und der schlechtesten Bewertung durch den Deutschen Olympischen Sportbund.
Berlin beendet seine Bewerbung für Olympische Sommerspiele. Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und Olympiabeauftragter Kaweh Niroomand zogen nach einem Treffen am Mittwoch die Konsequenz. Mitbewerber für die Austragung 2036, 2040 oder 2044 waren München und Rhein-Ruhr; Hamburg war bereits ausgeschieden.
Auslöser für den Rückzug ist der Wahlsieg der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl. Die designierte Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp erklärte, die Entscheidung habe sich erledigt. Die Berliner hätten gegen Olympia votiert. Wer die Bewerbung weitertrage, müsse sich überlegen, ob ein Zuschlag überhaupt Sinn ergebe. Niroomand kritisierte den Ton der Linken-Chefin als respektlos gegenüber Andersdenkenden.
Die Bewertung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hatte Berlin ebenfalls die schwächste Note eingebracht. Die Kommission vergab 75 Punkte („gut"), während Rhein-Ruhr auf 85 und München auf 87 Punkte kamen. Anders als die Konkurrenten hatte Berlin keinen Bürgerentscheid durchgeführt, sondern sich lediglich auf einen Beschluss des Abgeordnetenhauses gestützt.
Der DOSB will am Samstag auf seiner Mitgliederversammlung in Baden-Baden über die deutsche Kandidatur entscheiden. Unklar war zunächst, ob Berlin den Rückzug formal vorab erklärt oder die Versammlung nur noch München und Rhein-Ruhr zur Auswahl stellt.