Tragödie in Cambridge: Plagiatsvorwürfe gegen Professor – jetzt wurde er tot gefunden

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Jason Arday, einst gefeierter Soziologieprofessor und bis Ende Juli unangefochtener Liebling der britischen Medien, hat Anfang August überraschend seinen Posten an der renommierten Universität Cambridge und seine Position als Fellow am dortigen Jesus College niedergelegt. Der Auslöser waren Plagiatsvorwürfe sowie die Ankündigung der Universität, seine Qualifikationen, Karriere und akademischen Arbeiten eingehend zu überprüfen. Nun berichten Medien, dass der 41-Jährige leblos in seiner Wohnung im Süden Londons aufgefunden wurde, nachdem die Polizei am Freitag dorthin gerufen worden war.

Ardays Lebensweg, der trotz vieler Ungereimtheiten in seiner Sonderbiografie jahrelang von der Eliteuniversität Cambridge und den Mainstream-Medien fraglos bewundert wurde, wirkt wie aus einem surrealen Drehbuch – selbst die offensichtlichsten Absurditäten blieben lange unhinterfragt.

Nun erschüttert der Skandal denselben Medien zufolge „die höchsten Kreise der britischen Hochschulwelt”. Nachdem Plagiatsvorwürfe, „abenteuerliche Behauptungen” und schließlich der „Absturz eines vermeintlichen Wunderkindes”, so der Guardian (Bezahlschranke), publik wurden, ist der einstige Vorzeigeakademiker ins Zentrum eines beispiellosen Wirbels geraten.

Vor rund drei Jahren wurde Arday noch als „hoch angesehener Wissenschaftler auf dem Gebiet von Rasse, Ungleichheit und Bildung” gefeiert. Seine Geschichte war ebenso bewegend wie außergewöhnlich: Bei ihm sei im Kindesalter „eine allgemeine Entwicklungsverzögerung und eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert” worden, weshalb er „erst mit elf Jahren sprechen” gelernt haben soll. Jason Atta Kwei Arday, geboren am 9. Mai 1985 in England als Sohn ghanaischer Einwanderer, wuchs in einer Sozialwohnungssiedlung im Londoner Bezirk Clapham auf. Lesen und Schreiben habe er erst mit 18 Jahren erlernt – und dennoch soll er 2015 an der Liverpool John Moores University promoviert haben, bevor er 2023 als jüngster schwarzer Professor der Universität Cambridge Geschichte schrieb. Damals gab es dort nur fünf weitere schwarze Professoren.

In der vergangenen Woche trat Arday mit sofortiger Wirkung zurück, nachdem die Universität eine Untersuchung „zu sich mehrenden Plagiatsvorwürfen” im Zusammenhang mit seiner Dissertation angekündigt hatte. Seine Entscheidung dürfe jedoch nicht „als Zustimmung zu den Darstellungen, die mich umgeben, missverstanden werden”, betonte er in einem Statement.

Die britische Times hatte vor Ardays Rücktritt mehrere investigative Artikel über seinen Werdegang veröffentlicht. Weitere Medien folgten, und zunehmend wurden Teile seiner Lebensgeschichte öffentlich infrage gestellt. In einem Interview mit der Times räumte Arday zwar „Fehler” in seiner wissenschaftlichen Arbeit ein, wies aber die Vorwürfe vehement zurück: „Ich werde zu Unrecht als Lügner, Fantast und wissenschaftlicher Betrüger dargestellt.” Zudem sprach er von einer „rassistisch motivierten Kampagne”, die darauf abziele, ihn aus seinem Amt zu „entfernen”.

Das Jesus College Cambridge erklärte am 13. August:

„Sobald sich herausstellte, dass die Informationen, die Jason Arday dem College zur Verfügung gestellt hatte, Unstimmigkeiten aufwiesen, leitete der Master ein Disziplinarverfahren ein. Dieses Verfahren wurde infolge seines kurz darauf erfolgten Austritts aus dem College eingestellt.”

Darüber hinaus kamen neue Behauptungen über seine einst medial gefeierten sportlichen Leistungen und Fundraising-Aktivitäten auf. Unter anderem soll er behauptet haben, in sechs Tagen 600 Meilen (rund 966 Kilometer) zurückgelegt zu haben – auch seine Angaben zu gesammelten Spendengeldern wurden hinterfragt.

Arday war nach seiner Ernennung in Cambridge ein begehrter Studiogast im britischen Fernsehen, erhielt mehrere Ehrendoktorwürden und genoss große Aufmerksamkeit in Medien und Wissenschaft. Viele sahen in ihm den „Superstar der akademischen Welt” – bis zum jähen Absturz.

Der gefallene Star wurde nun in einem Gebäude im Londoner Stadtteil Battersea von der Polizei „ohne Lebenszeichen entdeckt und von Rettungskräften für tot erklärt”, berichteten britische Medien. Kurze Zeit später bestätigten die Universität Cambridge und Ardays Familie den Tod des 41-Jährigen. Die ARD-Tagesschau kommentierte Ardays Tod mit den Worten:

„Der Skandal wurde von rechtsgerichteten Zeitungen und Kommentatoren aufgegriffen, die Arday als ‘Aushängeschild’ für Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme (DEI) bezeichneten.”

Ardays Familie, die im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen den Akademiker von Mobbing und Schikane spricht, ließ über seinen Verlag Simon & Schuster erklären: „Die Desinformationskampagne war einfach zu viel für Jason.”

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