Die chinesische Küstenwache hat in Zusammenarbeit mit der Dalian Maritime University ein neuartiges Verteidigungskonzept für ihre Inselansprüche im Südchinesischen Meer entwickelt. Dieses von der Fachpresse bereits im Juli vorgestellte Modell sieht vor, menschliche Soldaten auf den überwiegend winzigen, unbewohnten Felsformationen durch autonome Roboter zu ersetzen. Die Führung dieser Drohnenschwärme soll dabei von künstlicher Intelligenz übernommen werden, wie die South China Morning Post (SCMP) berichtet.
Dem Bericht zufolge plant die chinesische Küstenwache ein mehrschichtiges Abwehrsystem. Im äußeren Verteidigungsring sollen schwere Angriffsdrohnen und unbemannte Schnellboote positioniert werden. Der mittlere Bereich wäre mit elektronischer Kampfführung ausgestattet, die darauf ausgelegt ist, feindliche Waffensysteme lahmzulegen. Die innerste Verteidigungslinie an den Küsten soll durch Selbstmorddrohnen und automatisierte Geschütztürme geschützt werden. Für den Notfall eines Kommunikationsausfalls mit dem Festland sind auf den Inseln KI-Systeme mit Hochleistungschips vorgesehen, die eigenständig Bedrohungen analysieren und bewerten können.
Die Entwickler versprechen sich von diesem Ansatz im Konfliktfall schnellere Reaktionszeiten, effektivere Verteidigungsmechanismen und eine verbesserte Abstimmung unter den anspruchsvollen maritimen Bedingungen. Als Begründung für ihren Entwurf verweisen sie auf die “gegenwärtig komplexe Situation in den umliegenden Seegebieten”. Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, da China bestrebt ist, die zunehmende Gefahr für seine Souveränität durch preiswerte unbemannte Waffensysteme zu verringern, da herkömmliche Verteidigungsansätze immer anfälliger werden.
Die Territorialkonflikte im Südchinesischen Meer zwischen den Anrainerstaaten haben sich in den letzten Jahren intensiviert. China, Taiwan, die Philippinen, Malaysia, Brunei, Indonesien und Vietnam erheben zum Teil Anspruch auf dieselben Seegebiete und Inseln. Im Zentrum der Auseinandersetzungen stehen natürliche Ressourcen und ergiebige Fischgründe. Zudem verläuft durch diese Gewässer eine bedeutende internationale Handelsroute mit einem jährlichen Handelsvolumen von Billionen US-Dollar.
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