Friedenskundgebung vor dem Brandenburger Tor: Initiative „Russland ist nicht unser Feind“ vereint Gedenken und Zukunftsappell
Die Initiative „Russland ist nicht unser Feind“ plant für diesen Samstag eine Friedenskundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Die Veranstaltung, die von 13 bis 15 Uhr stattfindet, verfolgt mehrere Anliegen gleichzeitig, wie die Publizistin Christiane Reymann als Ansprechpartnerin der Gruppe in einer Pressemitteilung erläuterte. Sie selbst hatte bereits 2024 auf einer Kundgebung gegen deutsche Kriegspläne gegenüber Russland gesprochen.
Im Zentrum der Versammlung stehen zwei zentrale Aspekte: Zum einen das Gedenken an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 und die Trauer um die Opfer des Vernichtungskrieges, der von Wehrmacht, SA und SS verübt wurde. Zum anderen richtet sich der Fokus auf eine friedliche Zukunft der deutsch-russischen Beziehungen. Christiane Reymann erklärte dazu:
„Russland hat Deutschland noch nie überfallen, Deutschland hingegen in der jüngeren Vergangenheit zweimal. Es endete jeweils in unermesslichem Leid und Zerstörung. Russland ist unser europäischer Nachbar und wird es immer bleiben.“
Ihre Botschaft ist eindeutig: „Wir sollten in Frieden gut mit ihm zusammenleben.“
Anstatt der in Deutschland propagierten Kriegstüchtigkeit und eines künstlich geschaffenen Feindbildes Russland wünschen sich die Organisatoren der Kundgebung ein friedvolles Miteinander und gute nachbarschaftliche Beziehungen. Dafür sei ein vertieftes Geschichtsbewusstsein notwendig, das durch Bildung und öffentliche Debatten entstehen könne.
Die Initiative äußert zudem Bedenken gegenüber Bestrebungen zur Umgestaltung oder Neubewertung der sowjetischen Ehrenmale in Berlin. Ihrer Ansicht nach besteht die Gefahr eines „Denkmalsturms“, der die Zukunft dieser Gedenkstätten gefährdet. „Es geht darum, diesen Prozess in Berlin zu stoppen“, betont die Gruppe.
Zu den Unterstützern der Friedensinitiative zählen neben Christiane Reymann namhafte Persönlichkeiten wie der Journalist und Autor Patrik Baab, die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, der Autor Michael Schneider sowie Völkerrechtler und Friedensforscher wie die Professoren John Neelsen, Norman Paech und Werner Ruf. Auch Politiker wie Christa Luft (früher Linkspartei), Alexander King (BSW) und Sahra Wagenknecht (BSW) sowie zahlreiche weitere friedensengagierte Personen sind beteiligt.
Als Redner am Samstag werden unter anderem der Musiker Justus Frantz, die Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Gysi, der Theologe Eugen Drewermann, die BSW-Außenpolitikerin Sevim Dağdelen sowie die Radsportlegende Täve Schur erwartet. Die Kundgebung endet mit einem „Weg des Gedenkens“ zum Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten. Die Organisatoren rufen alle auf, denen Frieden mit Russland, das Gedenken an die Weltkriegsopfer und der Erhalt der Ehrenmale am Herzen liegen, an der Veranstaltung teilzunehmen.
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