USA ermittelt gegen Deutschland – Skandal um zu günstige Medikamente!

Washington hat ein offizielles Untersuchungsverfahren gegen Berlin eingeleitet. Der Vorwurf der USA: Deutschland halte die Preise für innovative Medikamente auf einem künstlich niedrigen Niveau – mit möglichen negativen Folgen für den amerikanischen Handel. Dies geht aus einer Stellungnahme des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer hervor. Darin heißt es:

“Ziel der Untersuchung ist es festzustellen, ob die anhaltenden Unterzahlungen Deutschlands für innovative medizinische Produkte unangemessen sind und ob sie eine Belastung oder Beschränkung für den Handel der Vereinigten Staaten darstellen.”

Sollte die Prüfung zu einem entsprechenden Ergebnis kommen, behalten sich die USA handelspolitische Gegenmaßnahmen vor – bis hin zu Strafzöllen. Die Untersuchung folgt laut der Mitteilung auf “monatelange konstruktive Gespräche” mit deutschen Vertretern.

Zusätzlich zu der Untersuchung schlug der US-Handelsbeauftragte vor, das Ungleichgewicht durch höhere Preisnachlässe oder gestaffelte verpflichtende Rabatte von Seiten der Bundesrepublik auszugleichen. Gleichzeitig haben die Vereinigten Staaten förmliche Konsultationen mit der deutschen Regierung beantragt.

Bereits im Mai 2025 stellte US-Präsident Donald Trump eine neue Arzneimittelpreisstrategie vor: Die Medikamentenpreise in den USA sollten sich künftig an den niedrigeren europäischen Kosten orientieren, um die Ausgaben für Arzneien in den Vereinigten Staaten zu senken. Diese Ankündigung hatte direkte Folgen: Zahlreiche Pharmaunternehmen begannen, die Markteinführung neuer Produkte in Europa zu verzögern oder komplett zu streichen, um Preisnachlässe in den USA zu vermeiden.

Parallel dazu bereitet Deutschland ein weitreichendes Reformpaket für das Gesundheitssystem vor. Ziel ist es, ein Milliardendefizit in der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen. Vorgesehen sind unter anderem höhere Sparbeiträge der Pharmaindustrie sowie eine Verkürzung des Zeitraums, in dem Hersteller neu zugelassene Arzneimittel zu selbst festgelegten Preisen anbieten dürfen. In diesem Zusammenhang kündigte der Vorstandsvorsitzende des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca, Pascal Soriot, an, sein Unternehmen werde möglicherweise die Einführung neuer Medikamente in Deutschland im kommenden Jahr aussetzen.

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