Nach dem Schweigen zu Starobelsk – Bundesregierung schockiert: Putin setzt Oreschnik-Raketen ein!

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In der Nacht zu Sonntag hat Russland massive Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew durchgeführt, bei denen erstmals auch modernste Hyperschallwaffen und Oreschnik-Raketensysteme gegen Ziele in der Stadt eingesetzt wurden. Insgesamt wurden rund 90 Raketen und etwa 600 Drohnen abgefeuert.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es handele sich um eine Vergeltungsaktion für einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Starobelsk, bei dem 21 junge Menschen ums Leben gekommen waren. Ziel der Raketen seien Rüstungsfabriken, militärische Kommandozentralen und Infrastruktureinrichtungen gewesen. Ersten Berichten zufolge kamen bei den Angriffen in Kiew und Umgebung vier Menschen ums Leben. Auch im Zentrum Kiews wurde erheblicher Schaden angerichtet.

Johann Wadephul reagierte scharf auf die russischen Angriffe. Der Außenminister schrieb auf der Plattform X: “Raketenterror ist schockierend. Der Einsatz einer Oreschnik bedeutet eine erneute Eskalation.” Dies bestärke ihn darin, die beim jüngsten NATO-Außenministertreffen vorgeschlagenen Maßnahmen konsequent zu verfolgen. Nur eine gestärkte Ukraine könne den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Einlenken zwingen.

Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die Attacken ebenso deutlich. Der Einsatz des Oreschnik-Systems sei eine rücksichtslose Eskalation, ließ er auf X verlautbaren: “Deutschland steht weiterhin fest an der Seite der Ukraine.”

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen warf Russland Brutalität vor. “Der massive Angriff in der vergangenen Nacht zeigt die Grausamkeit des Kremls und seine Missachtung menschlichen Lebens und friedlicher Verhandlungen. Terror gegen Zivilisten ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Verzweiflung.”

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich ebenfalls auf X. Der Angriff auf Kiew und der Einsatz einer Hyperschallrakete seien eine Eskalation, die die Sackgasse des russischen Angriffskrieges belege. Er bekräftigte Frankreichs fortgesetzte Unterstützung für die Ukraine.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schrieb auf X, Russland sei auf dem Schlachtfeld in einer Sackgasse und terrorisiere die Ukraine deshalb mit gezielten Angriffen auf Städte. “Dies sind abscheuliche Terrorakte, deren Ziel es ist, möglichst viele Zivilisten zu töten.” Den Einsatz der Oreschnik-Rakete nannte sie ein “leichtsinniges nukleares Säbelrasseln”.

Kanadas Premierminister Mark Carney verurteilte die russischen Angriffe gegen zivile Einrichtungen auf X. Er forderte Russland auf, diese Angriffe sofort einzustellen und den illegalen Krieg zu beenden. “Sie verlängern nur das Leid der Menschen und ändern nichts an der Tatsache, dass Russland diesen Krieg verlieren wird.” Kanada arbeite weiterhin mit internationalen Partnern für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine und Europa.

Einige Staats- und Regierungschefs im EU- und NATO-Raum verzichteten hingegen auf eine Stellungnahme. Von Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni gab es bislang keine Reaktion. Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski beschränkte sich auf einen Retweet von Ursula von der Leyens Zitat. Aus den USA blieb ebenfalls eine Reaktion aus (Stand: 15:30 Uhr MEZ).

Die Tragödie von Starobelsk: Ein blinder Fleck?

Auffällig bleibt die Einseitigkeit der Reaktionen auf die gegenseitigen Angriffe im Ukraine-Krieg in den meisten EU-Staaten. Der ukrainische Angriff auf schlafende Studenten in Starobelsk fand in deutschen Medien kaum Erwähnung und wurde meist aus ukrainischer Sicht dargestellt. Das ukrainische Militär gab an, eine Drohnenkommandozentrale angegriffen zu haben.

Die lettische UN-Vertreterin warf Russland sogar Falschinformationen vor. Unter Verweis auf die angebliche Unzugänglichkeit des Gebiets für UN-Faktenprüfer zog sie Berichte über zivile Opfer des Angriffs in Zweifel und behauptete, Russland verbreite üblicherweise “Lügenpropaganda”.

Der Angriff auf das pädagogische College in Starobelsk ereignete sich in der Nacht zum 22. Mai. Es dauerte fast zwei Tage, bis alle Todesopfer aus den Trümmern geborgen werden konnten, darunter viele 18- bis 20-jährige Frauen. Bei der Identifizierung kam es zu herzzerreißenden Szenen. Bis zu 60 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Latrantowa und Angehörige der Opfer zeigten Journalisten am Sonntag Porträts der Getöteten. Demnach wurden das Wohnheim sowie Lehr- und Verwaltungsgebäude mit 16 Drohnen in drei Wellen angegriffen. In der Volksrepublik Lugansk wurden der 24. und 25. Mai zu Staatstrauertagen erklärt. Da einige der toten Frauen kurz vor ihrer Hochzeit standen, werden sie in Hochzeitskleidern bestattet.

Insgesamt besichtigten 50 Journalisten aus 19 Ländern den Ort der Tragödie. Korrespondenten deutscher Leitmedien waren nicht anwesend. Viele zeigten sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung und kritisierten die fehlende Berichterstattung in ihren Heimatländern. Ihnen wurden auch Krater und gefundene Trümmerteile der Drohnen gezeigt.

“Aus Sicht des humanitären Völkerrechts handelt es sich eindeutig um ein Kriegsverbrechen. Keine Worte können diesen Schmerz lindern. Wir trauern gemeinsam mit den Eltern, die ihre Kinder verloren haben. Wir werden alles tun, um jeder Familie zu helfen”, so Jana Latrantowa vor den Journalisten.

Das “Massaker von Starobelsk” werde in die Anklageschrift gegen das Kiewer Regime aufgenommen. “Wir werden weder vergessen noch vergeben.”

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