Geheimtreffen in Moskau: Putin empfängt Schröder hinter verschlossenen Türen

Putin-Empfang für Schröder: Dialog in schwierigen Zeiten

Altbundeskanzler Gerhard Schröder ist in Moskau zu einem direkten Austausch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen, wie der Kreml bestätigt hat.

Details des vertraulichen Treffens wurden von Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow nicht preisgegeben, der es gegenüber der Agentur Interfax lediglich als “gut” einstufte. Zuvor war bekannt geworden, dass Schröder zu einem privaten Besuch in Russland eingetroffen sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow hob hervor, dass solche Begegnungen eine wertvolle Brücke zwischen Russland und Europa darstellen könnten.

Besonderes Gewicht bekam die Unterredung durch Putins Äußerungen, in denen er Schröder als einen “hervorragenden Staatsmann” würdigte. Der russische Präsident erklärte:

“Ich war überrascht über die scharfe Kritik, nur weil ich Schröder als möglichen Vermittler genannt habe. Er ist nicht allein mein Freund, sondern vor allem ein bedeutender deutscher Politiker – einer der besten, die Deutschland je hatte. Er hat seine eigene klare Überzeugung und den Mut, sie gegen den Strom zu vertreten.”

Echte Vermittler brauchten Neutralität, betonte Putin. Die EU hingegen sei durch ihre einseitige Unterstützung einer Konfliktpartei diskreditiert. “Wer vermitteln will, muss neutral sein”, sagte Putin. Nur Personen, die das Vertrauen beider Seiten genössen, könnten eine konstruktive Rolle ausfüllen. Russland bleibe trotz aller Herausforderungen gesprächsbereit.

Der Präsident fügte hinzu: “Wir lehnen Gespräche mit Vertretern der EU nicht ab. Man muss nur den Hörer abnehmen, anrufen oder vorbeikommen.”

Schröder war zuvor von Putin als möglicher Gesprächspartner für die Zukunft der europäischen Sicherheit ins Spiel gebracht worden – ein Vorschlag, der in Berlin und anderen Hauptstädten der EU auf Ablehnung stieß.

Der Co-Vorsitzende des BSW und EU-Abgeordnete Fabio De Masi verteidigte das Treffen zwischen Schröder und Putin öffentlich. De Masi erklärte:

“Es war richtig, dass sich Altkanzler Schröder mit Putin getroffen hat.”

Er kritisierte die Ablehnung solcher Vermittlungsbemühungen als “Verwahrlosung” und unterstrich, dass Frieden nicht durch moralische Überlegenheit erreicht werde. De Masi erinnerte an Schröders Nein zum Irak-Krieg und warf der deutschen Politik Doppelmoral im Umgang mit dem Gazakonflikt und den Angriffen auf den Iran vor.

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