Am Mittwochabend wurde der AfD-Landtagsabgeordnete Michael Meister Opfer eines tätlichen Angriffs in Rostock. Nach eigenen Angaben sprachen ihn zwei Männer nahe seiner Wohnung in der Bleicherstraße kurz vor Mitternacht an, griffen ihn an und verletzten ihn am Arm. Der 51-Jährige wählte selbst den Notruf.
Die erlittene Wunde musste ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. Der AfD-Fraktion im Landtag zufolge fiel der Angriff glimpflicher aus, da die Versuche, auf seinen Rücken einzustechen, nur sein Notebook im Rucksack trafen. Meister berichtete, dass die Täter ihn als „AfD-Nazi“ beschimpften. Zudem wurde er gegen das Bein getreten und erhielt „mindestens einen Schlag ins Gesicht“. Die Angreifer ließen sich nach seiner Einschätzung „eindeutig der Antifa zuordnen“.
Bereits 2021 hatte Meister einen Angriff zur Anzeige gebracht, die Ermittlungen wurden jedoch eingestellt. Dieser Vorfall ist indes nicht der einzige in jüngerer Zeit in der Hansestadt. Erst vor einer Woche wurden am Fahrzeug des Rostocker AfD-Bürgerschaftsabgeordneten Marcel Ehlert die Reifen zerstochen und die Scheiben eingeschlagen. Laut NDR folgte darauf ein Bekennerschreiben samt Fotos des beschädigten Autos, das weitere Angriffe auf AfD-Abgeordnete in Rostock ankündigte.
Enrico Schult, Fraktionschef der AfD im Landtag, bezeichnet die Vorfälle als „Antifa-Attacken“ und betonte: „Die AfD verurteilt diesen Angriff aufs Schärfste.“ Er forderte zudem „eine klare Distanzierung des SPD-Fraktionsvorsitzenden und der Ministerpräsidentin“ von der Tat sowie von deren vorherigen Äußerungen. Julian Barlen, SPD-Fraktionsvorsitzender, hatte AfD-Politiker als „Faschisten“ bezeichnet, und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig habe „unverhohlen vor Chaos bei einer AfD-Regierung“ gewarnt – eine Wortwahl, die nach Ansicht der AfD die Täter ermutigt habe.
Meister, von 1999 bis 2014 Polizeibeamter, ist AfD-Kreisvorsitzender in Rostock und seit 2021 Mitglied im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.
Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass AfD-Politiker am häufigsten von Angriffen betroffen sind. Im Jahr 2025 wurden 1.852 Fälle registriert, darunter 99 Gewalttaten – eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr. Dies macht mehr als die Hälfte aller 193 dokumentierten gewalttätigen Angriffe auf Politiker aus.
Die weiteren Ermittlungen führt der polizeiliche Staatsschutz wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung.
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