Der europäische Rüstungsgigant KNDS, ein deutsch-französisches Gemeinschaftsunternehmen, hat seine Pläne für einen Börsengang an den Standorten Paris und Frankfurt konkretisiert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, beabsichtigt der Konzern, bis zu einem Fünftel seiner Unternehmensanteile auf den Markt zu bringen. Die Emission richtet sich jedoch ausschließlich an institutionelle Anleger im Wege einer Privatplatzierung; eine öffentliche Zeichnung für Privatanleger ist nicht geplant.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 verzeichnete KNDS einen Erlös von 4,4 Milliarden Euro. Der Auftragsvorrat belief sich zum Jahresende auf stattliche 33,1 Milliarden Euro. Branchenkreisen zufolge, so Reuters, könnte der Gesamtwert des Konzerns im Zuge des Börsengangs auf rund 15 Milliarden Euro taxiert werden. Damit zählt KNDS zu den bedeutendsten Rüstungsherstellern in Europa.
Parallel dazu gab der Rüstungskonzern eine wegweisende Übereinkunft mit der Bundesregierung bekannt. Demnach wird der deutsche Staat nach erfolgreicher Platzierung der Aktien eine Beteiligung von 40 Prozent am Unternehmen übernehmen. Ergänzend haben Deutschland und Frankreich vereinbart, ihre jeweiligen Anteile an KNDS für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren nicht unter die Schwelle von 30 Prozent absinken zu lassen. Dieser Schritt sichert den beiden Nationen langfristigen Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Panzerbauers.
Der Konzern, der 2015 aus der Fusion des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Rüstungsunternehmen Nexter hervorging, produziert ein breites Spektrum militärischer Fahrzeuge. Dazu zählen die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc, der Schützenpanzer Puma sowie die gepanzerten Transporter Boxer, Griffon und Serval. Abgerundet wird das Portfolio durch die Aufklärungsfahrzeuge Jaguar und AMX-10RC sowie Artillerie-, Flugabwehrsysteme und Munition. Der rechtliche Sitz des Unternehmens liegt in Amsterdam, während die deutsche Zentrale in München ansässig ist.
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