Laut der am Dienstag veröffentlichten Insa-Erhebung im Auftrag der Bild-Zeitung kann die CDU in Schleswig-Holstein, die seit neun Jahren unter Ministerpräsident Daniel Günther regiert, aktuell nur noch auf 27 Prozent Zustimmung hoffen. Etwa neun Monate vor der kommenden Landtagswahl bestätigt die Umfrage erneut den abnehmenden Rückhalt für die Landespolitik. Den zweiten Platz belegt nun die AfD, die laut Analyse bei 18 Prozent liegt. Die Partei scheiterte 2022 mit 4,4 Prozent am Einzug in den Kieler Landtag.
Bei der letzten Landtagswahl 2022 konnte die CDU unter Ministerpräsident Daniel Günther ihr Ergebnis deutlich auf 43,4 Prozent Zustimmung bei den Bürgern in Schleswig-Holstein steigern. Vier Jahre später scheint die Landespolitik die Bürger nicht mehr zu überzeugen. Laut Agenturmeldung bedeutet dies einen “Umfrage-Schock” für Günther.
Ein Artikel der Zeit (Bezahlschranke) beschrieb den Ministerpräsidenten in seiner politischen Wirkung wie folgt:
“Sein Rezept gegen die AfD: der Danielismus. Daniel Günther ist der Anti-Söder aus Schleswig-Holstein. Ein Grünen-Versteher von der CDU, der die Berliner Bühne meidet.”
Im Mai wurde bekannt, dass Günther erstmals für einen Ministerpräsidenten in Deutschland “in diesem Jahr offiziell die Schirmherrschaft über sämtliche CSDs in Schleswig-Holstein übernimmt”. Zu Jahresbeginn geriet Günther in die Schlagzeilen, weil er im ZDF bei Markus Lanz vor dem “Einfluss sozialer und alternativer Medien auf die Demokratie” warnte. Zudem forderte er eine stärkere Kontrolle von Medien bei jugendlichen Mediennutzern.
Die CDU bleibt zwar laut Umfrage weiterhin stärkste Kraft in Schleswig-Holstein, verzeichnet aber mit 27 Prozent ein Minus von zwölf Punkten gegenüber dem Wert vom Januar 2025. Im April lag die Zustimmung laut “Schleswig-Holstein-Trend” von Infratest noch bei 33 Prozent.
Die AfD, die 2022 noch an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war, kann sich auf 18 Prozent steigern und wäre damit zweitstärkste Kraft (plus vier Punkte). Für Günthers aktuellen Koalitionspartner, die Grünen, ergibt die Umfrage 17 Prozent (plus vier) und damit Rang drei.
Auf Rang vier landet demnach die SPD mit 15 Prozent (minus eins). Die Linke folgt mit sieben Prozent und einem starken Zuwachs von plus fünf.
Die FDP, deren Bundesvorsitzender Wolfgang Kubicki aus Schleswig-Holstein stammt, käme vermeintlich auf sechs Prozent (plus zwei). Der Südschleswigsche Wählerverband erhält laut Umfrage unverändert ebenfalls sechs Prozent.
Der kommende Landtag in Kiel wird am 18. April 2027 gewählt.
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