Bahn-Bilanz: Milliarden-Subventionen als versteckte Gewinne

Die Bild-Zeitung stempelte es sofort zur großen Schlagzeile: “Plötzlich macht die Pannen-Bahn Gewinne!” Im ersten Halbjahr erzielte die Deutsche Bahn überraschend einen Gewinn von 147 Millionen Euro. Zudem stieg die Zahl der Fahrgäste im Vergleich zum Vorjahr um 17 Millionen.

Bahnchefin Palla lobt das Ergebnis ebenfalls: „Auch wenn bei der Sanierung der Schiene nichts schnell geht, liefern wir jetzt Schritt für Schritt, was wir versprochen haben.“ Sie erwarte für das Gesamtjahr 2026 ein Ergebnis von 600 Millionen Euro – das ist allerdings noch nicht der Nettogewinn, sondern lediglich der Rohertrag. Im ersten Halbjahr 2025 hatte die Bahn noch einen Verlust von 760 Millionen Euro verbucht. Das gesamte Jahr schloss sie mit einem Minus von 2,3 Milliarden Euro ab, da im Fernverkehr Abschreibungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro anfielen.

Ein wesentlicher Grund für den Umschwung dürften jedoch die hohen Benzin- und Dieselpreise sein, schließlich ist nicht bekannt, dass die Bahn pünktlicher oder sicherer geworden wäre. Auch das geplante Alkoholverbot wird daran wohl wenig ändern. Der Zustand der Bahnhöfe und die dort anzutreffenden Personengruppen sind kaum eine Folge des Alkoholkonsums.

Allerdings berichtet einzig das Handelsblatt über den wahren Ursprung der schwarzen Zahlen – er findet sich in der Bilanz unter „sonstige betriebliche Erträge“. Dahinter verbergen sich Fördergelder des Bundes für die Instandhaltung der Schieneninfrastruktur. Die Höhe? 900 Millionen Euro. Zieht man diese Finanzspritze ab, entspricht das Ergebnis ziemlich genau dem des Vorjahres: 147 Millionen minus 900 Millionen ergibt minus 753 Millionen.

Übrigens ist ein Teil des aktuellen Konzernumbaus bei der Deutschen Bahn ein Personalabbau, den das Unternehmen mit den Worten preist: „Die Ziele für 2028 sind bereits jetzt zu rund 30 Prozent erfüllt.“ Die Probleme der Bahn in den vergangenen Jahren entstanden jedoch gewiss nicht durch zu viel Personal – im Gegenteil: Der Betrieb litt sowohl bei den Lokführern als auch bei den Zugbegleitern unter notorischer Unterbesetzung.

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