Energiekrise stoppt KI-Revolution: UK bremst Rechenzentren aus!

Der britische Energieversorgungsregulierer Ofgem hat am Mittwoch neue Gebühren und strengere Vorschriften für Betreiber von KI-Rechenzentren vorgeschlagen. Ziel sei es, „unwirtschaftliche, ins Stocken geratene oder spekulative Projekte“ auszusortieren, die knappe Netzkapazitäten blockieren. Hintergrund ist ein massiver Anstieg des Strombedarfs.

Großbritannien treibt den Ausbau seiner Cloud-Computing- und Künstliche-Intelligenz-Branche voran, kämpft aber gleichzeitig mit einer Flut von Netzanschlussanfragen. Laut Ofgem hat sich deren Zahl innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht.

Die von Unternehmen angeforderte Stromkapazität für den Anschluss an das britische Netz stieg zwischen November 2024 und Juni 2025 von 41 Gigawatt auf 125 Gigawatt. Wie der Regulierer in einer Pressemitteilung erklärte, sei dieser Anstieg vor allem auf Projekte für Rechenzentren zurückzuführen.

Zum Vergleich: Der Spitzenstrombedarf Großbritanniens lag 2025 bei rund 46 Gigawatt – die angefragte Kapazität übersteigt diesen Wert also um fast das Dreifache.

Die vorgeschlagenen Regeln sehen vor, dass Entwickler eine rückzahlbare Gebühr zwischen 237.500 und 712.500 Pfund (etwa 277.000 bis 831.000 Euro) pro Megawatt Strom entrichten müssen. Diese verfällt, sobald ein Projekt die Warteschlange für den Netzanschluss verlässt, bevor es ans Netz geht.

Bereits im März hatte die britische Regierung Reformen angekündigt, um spekulative Netzanschlussanträge zu bereinigen. Deren Zahl hatte sich in den sechs Monaten zuvor mehr als vervierfacht.

Diese Maßnahmen fallen in eine Zeit anhaltender Energiepreiskrise in Großbritannien. Die Strom- und Gaspreise hatten sich 2022 infolge des Ukraine-Konflikts mehr als verdoppelt, nachdem die meisten europäischen Länder Sanktionen gegen Russland verhängt und günstige russische Gaslieferungen durch teurere Alternativen ersetzt hatten. Ofgem zufolge wird die durchschnittliche Haushaltsenergierechnung in diesem Jahr bei rund 1.862 Pfund liegen – fast 50 Prozent mehr als 2021.

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