Deutsche Gasspeicher könnten bei kaltem Winter im Februar 2027 leer sein
Eine Brancheninitiative warnt vor einem frühzeitigen Erschöpfen der deutschen Gasspeicher. Selbst unter normalen Bedingungen sei die maximale Füllmenge bis November begrenzt.
Deutsche Gasspeicher könnten bei einem strengen Winter bereits Anfang Februar 2027 vollständig geleert sein. Dies geht aus Daten der Initiative Energien Speichern (INES) hervor, einem Verband der deutschen Untertagegasspeicher-Betreiber. Die Prognose basiert auf dem Szenario eines extrem kalten Winters vergleichbar mit dem Jahr 2010.
Nach Einschätzung der Experten lassen sich die Speicher bis zum 1. November maximal zu 77 Prozent füllen. Ein höherer Füllstand sei technisch nicht erreichbar. Bei einer solchen Auslastung reiche das Volumen im Fall eines außergewöhnlich kalten Winters nicht aus, um die Nachfrage aller Verbraucher zu decken. Das könnte zu Versorgungsengpässen führen.
Der aktuelle Füllstand liegt deutlich unter dem Vorjahresniveau. Stand 6. September betrug er 54 Prozent, was einem Rückgang um 19 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Initiative hatte bereits in der Vergangenheit vor ernsten Risiken für die Energieversorgung aufgrund niedriger Speicherstände gewarnt.
Die Einschätzungen der Brancheninitiative unterstreichen die anhaltende Verwundbarkeit der deutschen Energieversorgung. Seit dem Wegfall russischer Gaslieferungen steht Deutschland vor der Herausforderung, seine Versorgungssicherheit durch alternative Bezugsquellen und Infrastrukturmaßnahmen zu gewährleisten. Die Speicherfüllstände gelten dabei als wichtiger Indikator für die Winterresilienz.