Soziallobbyist Ulrich Schneider will Linken-Chef werden!

Nachdem Jan van Aken, der Co-Vorsitzende der Linken, seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen angekündigt hatte, zeichnete sich für die Neuwahl im Juni bereits eine Kandidatur ab: Luigi Pantisano, Bundestagsabgeordneter aus Stuttgart, will gemeinsam mit Ines Schwerdtner an die Spitze der Partei treten. Nun hat Ulrich Schneider, langjähriger Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands und bekannter Sozialexperte, seine Kandidatur für den Bundesvorstand der Linken auf dem kommenden Parteitag in Potsdam bekannt gegeben.

Schneider, der häufig in Talksendungen von ARD und ZDF zu Gast ist, erklärte Ende April dieses Jahres in einem Facebook-Beitrag, dass er wieder in die Partei Die Linke eingetreten sei. „Der Grund für meinen Austritt 2022 hat sich zwischenzeitlich erledigt, und Deutschland braucht mehr denn je eine konsequente linke Sozial- und Steuerpolitik, eine echte Alternative zum Sozialstaatsabbau“, schrieb er.

Bereits am 15. April hatte der amtierende Co-Vorsitzende Jan van Aken mitgeteilt, sich vor dem Parteitag im Juni von seinem Amt zurückzuziehen. Schneider verkündete daraufhin seine Entscheidung auf X: „Deutschland braucht heute mehr denn je eine starke linke Bewegung und eine starke Linke Partei. Ich habe mich entschlossen, auf dem Parteitag in Potsdam für den Bundesvorstand der Linken zu kandidieren.“

Schneider war von 1999 bis 2024 Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Sein Austritt aus der Linken im Jahr 2022 erfolgte aufgrund von Vorwürfen gegen seine damalige Parteikollegin Sahra Wagenknecht, die er der „Putin-Propaganda“ bezichtigte.

Bereits am Tag nach van Akens Rücktrittsankündigung hatte Pantisano seine Kandidatur auf der Bundestagswebsite vorgestellt. Die aktuelle Parteichefin Schwerdtner, die selbst erneut antreten will, begrüsste und unterstützte diesen Schritt. Die Neuwahl der Doppelspitze auf dem Linken-Parteitag im Juni wird somit nicht reibungslos und kurzfristig über die Bühne gehen.

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