Linken-Politikerin zur Kasse gebeten: Über 50.000 Euro Strafe per Strafbefehl

Die Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut, die für den Wahlkreis Mannheim in den Bundestag gewählt wurde, sieht sich einem Strafbefehl in Höhe von über 50.000 Euro gegenüber. Wie der SWR, der Mannheimer Morgen und die Deutsche Presse-Agentur übereinstimmend berichten, hat das Amtsgericht Stuttgart die Politikerin der Linken zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen verurteilt. Jeder Tagessatz beläuft sich laut Strafbefehl auf 430 Euro, was eine Gesamtsumme von 51.600 Euro ergibt.

Ein Sprecher des Gerichts erklärte gegenüber den Medien, dass der Strafbefehl jedoch noch nicht rechtskräftig sei, da die Abgeordnete Akbulut Einspruch eingelegt habe. Nach Angaben ihres Mannheimer Wahlkreisbüros richtet sich dieser Einspruch allerdings nicht gegen den Strafbefehl an sich, sondern ausschließlich gegen die Höhe der einzelnen Tagessätze. Der Strafbefehl wurde wegen Beleidigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung erlassen.

Ursprünglich hatte Akbulut sich selbst als Opfer einer Gewalttat dargestellt. Auf Instagram veröffentlichte die Linken-Politikerin einen Beitrag, in dem sie behauptete, Ende Januar in einem Zug von Heidelberg nach Stuttgart Opfer von sexueller Belästigung, rassistischen Beschimpfungen und körperlicher Gewalt geworden zu sein. Die Täter seien „männliche Fußballfans“ des VfB Stuttgart gewesen. Als sie die Gruppe habe filmen wollen, habe einer der Männer ihr eine Bierflasche an den Kopf geworfen. Ein beigefügtes Foto zeigte Akbulut mit einer sichtbaren Wunde an der Stirn.

Die deutsche Justiz bewertete den Vorfall jedoch anders als von der Bundestagsabgeordneten geschildert. Zwar wurde Akbuluts Hauptkontrahent, der sie im ICE beleidigt und mit einer Bierdose beworfen haben soll, zu einem Strafbefehl von 100 Tagessätzen verurteilt, wie die Stuttgarter Zeitung im April 2026 berichtete. Der Mann akzeptierte den Strafbefehl und ist damit vorbestraft.

Allerdings schilderten Augenzeugen, dass Akbulut zunächst eine Weinflasche in Richtung der Fußballfans geworfen habe, woraufhin diese einen Gegenstand zurückwarfen. Nach Medienberichten entstand der Verdacht, dass die Abgeordnete alkoholisiert gewesen sei und die Eskalation des Konflikts maßgeblich verschuldet habe. Der Spiegel berichtete, dass die Linken-Politikerin anscheinend bewusst „eigene Provokationen und Tätlichkeiten“ in ihrer Darstellung ausgespart habe. So habe sie die Mitreisenden, die laut ihrer Version AfD-Parolen gerufen hätten, unter anderem als „Drecksfascho“, „Missgeburt“ und „Loser“ bezeichnet. Für die Ermittlungen wurde ihre Immunität als Abgeordnete aufgehoben.

Sollte der Strafbefehl mit 120 Tagessätzen rechtskräftig werden, würde Akbulut als vorbestraft gelten. Das Verfahren ist damit noch nicht abgeschlossen. Mehr zum Thema  Zur Parteitagsrede der Linken-Chefin: Wer die wahren Nazis in Deutschland sind

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