Feuerinferno bedroht seltene Tierarten: Waldbrand in Jüterbog außer Kontrolle

Im Frühjahr 2026 leidet Brandenburg unter extremer Trockenheit, was die ohnehin dürreanfällige Region besonders anfällig für Waldbrände macht. Dies zeigte sich am vergangenen Freitag, als nahe der Kleinstadt Jüterbog im Landkreis Teltow-Fläming ein Feuer ausbrach. Anfangs waren nur etwa 2,5 Hektar betroffen, doch bis Sonntag weitete sich die Brandfläche auf 113 Hektar aus.

Die Herausforderung: Das Feuer wütet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „Altes Lager”, der bereits 2019 und 2023 in Flammen stand. Da der Boden des Naturschutzgebiets noch immer mit Munitionsresten belastet ist, ist eine direkte Brandbekämpfung unmöglich.

Die Feuerwehr kann daher nicht bis zur Brandstelle vordringen, sondern setzt Drohnen ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Über dem Gebiet steigt dichter Rauch auf, und die Anwohner werden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Aufgrund des starken Windes wird eine weitere Ausdehnung des Feuers befürchtet. Die Ursache des Brandes ist noch nicht geklärt.

Wie riskant Waldbrände auf ehemaligen oder aktiven Militärflächen sein können, verdeutlicht der Moorbrand von 2018 auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle der Bundeswehr im Emsland. Damals gelang es zunächst nicht, ein bei Raketentests entstandenes Feuer zu löschen. Dörfer in der Umgebung waren bedroht, der Katastrophenfall wurde ausgerufen. Erst fünf Wochen später konnte die Bundeswehr Entwarnung geben.

Dennoch ist die Feuerwehr in Jüterbog nicht völlig hilflos, wie Stadtbrandmeister Rico Walentin betont. Man vertraue auf die 50 Meter breiten Brandschutzstreifen, die in dem Waldbrandgebiet angelegt wurden. Diese Schneisen bieten wenig Brennmaterial, sodass das Feuer dort von selbst erlöschen soll – so der Plan. Auch die parteilose Bürgermeisterin von Jüterbog, Christiane Lindner-Klopsch, gibt sich gelassen: „Es besteht kein Grund zur Panik. Die Stadt kann mit dieser Situation umgehen.”

Anders sieht es für die seltenen Tier- und Vogelarten aus, die im „Alten Lager” leben. Der ungewöhnlich frühe Waldbrand fällt mitten in die Brutzeit. Antje Wurz von der Wildnisstiftung, die für das Schutzgebiet zuständig ist, sorgt sich: “Da werden viele Tiere vernichtet.” Besonders betroffen seien Bodenbrüter. Die Forstwissenschaftlerin erklärte, dass sich Waldökosysteme zwar regenerieren könnten, aber mit jeder häufigeren Wiederholung solcher Brände werde die Erholung für die Natur schwieriger.

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