EU-Gasspeicher nur zu 59,32 Prozent gefüllt: Deutschland droht die nächste Energiekrise?

Die Füllstände der europäischen Untergrundgasspeicher haben am Ende des Gastages vom 11. August lediglich 59,32 Prozent erreicht, wie der Verband der europäischen Gasinfrastrukturbetreiber Gas Infrastructure Europe (GIE) mitteilt. Dieser Wert liegt um 17,23 Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt für diesen Zeitpunkt.

Im Verlauf der vergangenen sieben Tage belief sich die durchschnittliche Netto-Einspeisung auf 284 Millionen Kubikmeter pro Tag – ein Rückgang von 19,1 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittelwert.

Gleichzeitig meldet der Verband WindEurope, dass die Erzeugung erneuerbarer Energien – insbesondere der Windkraft, die als direkter Wettbewerber der Gaskraftwerke gilt – seit Monatsbeginn im Schnitt 13 Prozent des regionalen Strombedarfs deckt. Im August 2025 hatte ihr Anteil noch bei 14 Prozent gelegen.

Für den August 2026 wird die Einfuhr von LNG voraussichtlich bei 6,4 Millionen Tonnen liegen – was einem Rückgang von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Der Füllgrad der europäischen Gasspeicher gilt als entscheidender Indikator für den globalen Gasmarkt. Die Gesamtkapazität des EU-Speichersystems umfasst rund 109 Milliarden Kubikmeter Arbeitsgas. Europa hat sich inzwischen zum weltweit größten Importeur auf dem internationalen LNG-Markt entwickelt.

Die Gas Infrastructure Europe vereint Betreiber aus den Bereichen Gastransport, Gasspeicherung und Flüssigerdgas. Die statistische Datenbank dokumentiert den Betrieb der unterirdischen Gasspeicherinfrastruktur seit 2011 sowie die LNG-Annahme und -Regasifizierung seit 2012.

Weitere Informationen – Energiekrise: Deutschland zahlt fünfmal mehr für Gas nach Stopp russischer Importe

Schreibe einen Kommentar