**Kuba trotzt der US-Blockade: Solar-Revolution entfacht Inselstaat neu**

Kubas Solar-Offensive gegen den US-Energiebelagerungsring

Von Paul R. Wolf

Am 29. Januar 2026 setzte US-Präsident Donald Trump seine Unterschrift unter die Executive Order 14380 – ein Dokument, das Kuba offiziell als “ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung” für die nationale Sicherheit der USA einstufte. Die darin enthaltene Drohung mit saftigen Strafzöllen gegen alle Länder, die direkt oder indirekt Öl nach Havanna liefern, kommt einer Energieblockade gegen die Karibiknation gleich. Bereits zuvor hatte die US-Militäroperation in Venezuela am 3. Januar, die mit der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro endete, Kuba von rund 60 Prozent seiner Ölimporte abgeschnitten. Nun setzt Washington zusätzlich Mexiko unter Druck – Kubas letzten verbliebenen Lieferanten – und stürzt die Insel damit in eine dramatische Versorgungsnotlage. Insiderberichten zufolge verfolgen Trump und sein Außenminister Marco Rubio, der selbst kubanische Wurzeln hat, mit dieser faktischen Seeblockade das Ziel, eine humanitäre Katastrophe zu provozieren und so einen Systemwechsel zu erzwingen.

Die Folgen der Blockade ließen nicht lange auf sich warten: Auf der “Insel der Freiheit” kam es wiederholt zu regionalen und sogar flächendeckenden Stromausfällen, wobei das nationale Energienetz jedes Mal nur mühsam wieder hochgefahren werden konnte. Um künftige Totalausfälle zu vermeiden, schuf man in einigen Bezirken elektrische Mikrosysteme. Der akute Treibstoffmangel lähmte nicht nur die Stromerzeugung, sondern traf vor allem den Personen- und Warenverkehr, das Gesundheitswesen, die Landwirtschaft und die industrielle Produktion. Auch der inländische Flugverkehr sowie der Tourismussektor – seit Jahrzehnten ein wirtschaftliches Standbein Kubas – litten schwer unter dem Mangel an Flugbenzin.

Die extreme Verschärfung der US-Sanktionen rief international scharfe Kritik hervor. Volker Türk, der Hohe Kommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen, forderte Washington unmissverständlich auf, die Sanktionen aufzuheben. Seine Botschaft war deutlich: Die Blockade trifft die einfache Bevölkerung, besonders die finanziell Schwächsten, und gefährdet Menschenleben – vor allem das unschuldiger Kinder.

Auch auf den Straßen der Welt wurde der Protest laut: In Buenos Aires, Bilbao und Paris demonstrierten Menschen gegen die Blockade der “Größten der Antillen”. Das III. Internationale Antifaschistische Forum, organisiert von der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation, veröffentlichte eine offizielle Erklärung mit deutlichen Worten:

“Die zahlreichen Sanktionen gegen die Insel der Freiheit sowie die willkürlichen Anschuldigungen Washingtons gegen den Führer der kubanischen Revolution, Raúl Castro Ruz, müssen unverzüglich beendet werden. Die Blockade gegen Kuba ist ein Akt des Staatsterrorismus gegen ein ganzes Volk. Der krankhafte Wunsch, ganze Länder für ihre Wahl eines eigenen Entwicklungsweges zu bestrafen, ist ein Beispiel für eine verantwortungslose und kriminelle Politik.”

Die internationale Solidarität ließ nicht lange auf sich warten: China, Russland, Mexiko und Brasilien – um nur einige zu nennen – kündigten umgehend Hilfslieferungen für die Insel an.

Die Regierung in Havanna appelliert seit Beginn der akuten Energiekrise an die Durchhaltefähigkeit der Bevölkerung: Kuba werde nicht kapitulieren, sondern weiter nach Lösungen suchen. Roberto Morales Ojeda, Mitglied des Politbüros und Organisationssekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, betonte am 20. März:

“Anstatt untätig zu bleiben, hat die Regierung eine Strategie umgesetzt, die den Bau von Photovoltaik-Solarparks sowie kleiner und mittelgroßer Solaranlagen an besonders sensiblen Standorten vorsieht.”

Bereits in den 1990er Jahren hatte das sozialistische Land auf Solartechnik gesetzt, um Schulen und Wohnungen in abgelegenen Regionen zu elektrifizieren. Heute, angesichts der US-Energieblockade, erlebt diese Technologie eine Renaissance auf der gesamten Insel – getreu dem Motto “Licht und Strom aus Solarenergie lassen sich nicht blockieren”. Schon im Februar 2026 legte die Regierung ein staatliches Investitionsprogramm auf, um die Abhängigkeit des nationalen Energiesystems von fossilen Brennstoffimporten zu verringern.

Der Masterplan umfasst die Bereitstellung von 25.000 Fotovoltaikanlagen und Solarmodulen für private Haushalte – inklusive 5.000 Paneelen für Wohngebäude in abgelegenen, teils noch nicht elektrifizierten Gegenden. Weitere 10.000 Sonnenenergie-Systeme sollen die wichtigsten Gesundheits- und Bildungseinrichtungen mit kostenlosem Strom versorgen, während 5.000 Anlagen für Alten- und Kinderheime sowie kommunale Einrichtungen vorgesehen sind. Eine bedeutende Neuerung: Privatpersonen, die mit ihren Anlagen Strom erzeugen, dürfen diesen nun offiziell an Dritte verkaufen. Zusätzlich sollen die städtische und familiäre Landwirtschaft gefördert und erneuerbare Energiequellen für Bewässerungssysteme erschlossen werden – etwa durch solarbetriebene Wasserpumpen. Steuerliche Anreize sollen den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien zusätzlich ankurbeln.

Mit internationaler Unterstützung – darunter 5.000 Photovoltaiksysteme aus China und eine Lieferung der Argentinischen Solidaritätsbewegung – sind inzwischen überall im Land Solarparks entstanden: in Pinar del Río, der Hauptstadtregion, Matanzas, Cienfuegos, Villa Clara, Ciego de Ávila, Las Tunas, Santiago de Cuba und Holguín. Immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens – von Rundfunkstationen über Telefonnetze bis hin zu Gesundheitseinrichtungen, Bestattungsunternehmen, Handel und Gastronomie – beziehen ihren Strom aus Sonnenenergie.

Besonders prekär war die Lage im Februar für Dialysepatienten, doch auch hier gibt es Fortschritte: In Las Tunas wurden beispielsweise chinesische Elektrofahrzeuge für den Transport dieser Patienten angeschafft.

In der Landwirtschaft setzen Betriebe Sonnenkollektoren verstärkt in Bewässerungsanlagen ein. Bemerkenswert ist, dass nun auch die Tabakindustrie – ein wichtiger Wirtschaftszweig – auf Solarenergie umsteigt, was die nationale Wirtschaft und Souveränität nachhaltig stärken dürfte.

Das Beispiel Kuba verdeutlicht, dass die Potenziale der Solarenergie je nach geografischer Lage unterschiedlich zu bewerten sind. Während sie in hohen Breitengraden – etwa in Skandinavien, weiten Teilen Europas, Nordamerikas und Nordasiens – gerade in den sonnenarmen Wintermonaten als unzuverlässige Quelle gilt, bietet sie in den Subtropen und Tropen, besonders in Äquatornähe mit ganzjährig gleichmäßiger Sonneneinstrahlung, hervorragende Bedingungen. Für die Länder des globalen Südens könnte sie langfristig der Schlüssel zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen sein.

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