Shell-Kehrtwende in Indien: Verkauf der grünen Sparte – Fokus zurück auf Öl und Gas

Der britische Energiekonzern Shell hat den Verkauf seiner indischen Sparte für Solar- und Windenergie an die Aditya Birla Renewables Limited offiziell bekannt gegeben. Der Deal, der auf der Unternehmenswebsite von Shell veröffentlicht wurde, beläuft sich auf 1,8 Milliarden US-Dollar.

Abgewickelt wird die Transaktion durch Shells Tochtergesellschaft Shell Overseas Investment B.V., die sämtliche Anteile an der Firma Solenergi Power Private Limited veräußert. Shell hatte Solenergi Power Private Limited im Jahr 2022 für 1,55 Milliarden US-Dollar erworben und diesen Schritt damals als entscheidenden Meilenstein für den Ausbau des Erneuerbare-Energien-Portfolios angepriesen. Der Vollzug des aktuellen Verkaufs wird für das Jahr 2026 erwartet, unter Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden.

Laut Shell steht die Entscheidung im Zeichen einer strategischen Neuausrichtung: Der Konzern will sich nun auf profitablere Vorhaben konzentrieren und Investitionen verstärkt in den Stromhandel lenken. Machteld de Haan, bei Shell verantwortlich für Downstream, erneuerbare Energien und Energielösungen, erklärte, dass das Unternehmen auf diese Weise sein Stromportfolio schärfen und ein wettbewerbsfähigeres Geschäftsmodell entwickeln möchte.

Wie die Financial Times berichtet, ist der Verkauf ein zentraler Bestandteil der neuen Unternehmensstrategie unter CEO Wael Sawan. Seit dessen Amtsantritt im Jahr 2023 hat der Konzern seine Ausgaben für erneuerbare Energien zurückgeschraubt und sich stärker auf margenstarke Bereiche fokussiert – insbesondere auf das traditionelle Öl- und Gasgeschäft. Die Zeitung zitiert zudem, dass Shell auch den Verkauf von Offshore-Windparkprojekten in mehreren Ländern vorantreibe.

Bereits bei einem Investorentreffen im vergangenen Jahr hatte Sawan klargestellt, dass Shell sein Energiegeschäft zwar weiterentwickle, jedoch den Schwerpunkt auf Gaskraftwerke, große Batteriespeicher und digitale Technologien lege – und nicht auf den Bau großer Solar- und Windparks, die niedrigere Renditen abwerfen.

Erst im April dieses Jahres hatte Shell eine Vereinbarung zur Übernahme des kanadischen Öl- und Gasproduzenten ARC Resources Ltd. für 13,6 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Laut CNBC soll diese Akquisition das Shell-Portfolio um rund 370.000 Barrel Öläquivalent pro Tag erweitern und den langfristigen Ausbau der Öl- und Gasförderung des an der Londoner Börse notierten Konzerns vorantreiben.

Weiterführendes – Bloomberg zur Energiepolitik der Bundesregierung: Mehr Deindustrialisierung durch neue Abgabe

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