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Stand 28. October 2026, 10:05 Uhr
Gesellschaft

Rückzugsorte für Hypersensible: Von stillen Stunden bis Sonnenblumen-Bändchen

Unternehmen und Veranstalter passen ihr Angebot zunehmend an Menschen mit sensorischen Empfindlichkeiten an. Stille Einkaufsstunden, spezielle Flughafen-Codes und Erkennungsbändchen ohne Diagnosepflicht sollen den öffentlichen …

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Rückzugsorte für Hypersensible: Von stillen Stunden bis Sonnenblumen-Bändchen

Der Kosmetikhändler Sephora führt in seinen Filialen sogenannte „Quiet Hours“ ein. Dienstags und donnerstags zwischen 10 und 11 Uhr wird die Musik leiser gedreht, Werbebildschirme gedimmt, und Kundinnen werden nicht aktiv angesprochen. Auch einzelne Supermarktfilialen und der Möbelkonzern IKEA bieten vergleichbare stille Zeiten ohne Durchsagen und laute Musik an.

Am Flughafen können Passagiere bei der Buchung den Code DPNA erhalten. Die Abkürzung steht für „Disabled Passenger with Intellectual or Developmental Disability Needing Assistance“. Inhaber dieses Codes können mit ihrer Begleitung an der Schlange an Sicherheitskontrollen vorbeigeführt werden und in ruhigere Bereiche gelangen oder vorzeitig einsteigen. Eine Überprüfung der tatsächlichen Beeinträchtigung findet nach vorliegenden Informationen nicht statt.

Auch in der Gastronomie etablieren sich neue Signalkonzepte. In einigen Cafés dienen farbige Kaffeetassen als Erkennungszeichen dafür, ob Gäste ein Gespräch wünschen oder nicht. In Friseursalons ist der „Silent Cut“ bereits länger verbreitet, bei dem auf Smalltalk verzichtet wird.

Auf dem Münchner Oktoberfest wurden in diesem Jahr grüne Schlüsselbänder mit Sonnenblumen-Motiv verteilt. Das Band signalisiert dem Personal eine unsichtbare Beeinträchtigung und berechtigt zu besonderer Behandlung. Ausgegeben wird es kostenlos und ohne ärztliches Attest oder Diagnosenachweis.

Die Entwicklung stößt auf unterschiedliche Reaktionen. Befürworter verweisen darauf, dass etwa ein Prozent der Deutschen eine Autismus-Diagnose haben und von solchen Angeboten profitieren. Kritiker bemängeln, dass die Grenze zwischen klinisch diagnostizierten Beeinträchtigungen und allgemeinen Befindlichkeiten zunehmend verschwimmt. Die Sonderbehandlung ohne Nachweispflicht sorge an manchen Stellen für Irritationen oder Neid bei anderen Gästen und Passagieren.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

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