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Stand 27. October 2026, 13:08 Uhr
Gesellschaft

Vogelbeobachtung wird bei jungen Deutschen zum Trend

Junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren entdecken das Birdwatching als Freizeitbeschäftigung. Apps und soziale Medien treiben den Boom voran, der vor allem aus Großbritannien nach Deutschland schwappt.

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Vogelbeobachtung wird bei jungen Deutschen zum Trend

Vogelbeobachtung erlebt unter der Generation Z einen deutlichen Aufschwung. Statt vor dem Smartphone zu verbringen, zieht es Hunderttausende junger Menschen mit Fernglas und wetterfester Kleidung ins Freie. Der Trend, der aus Großbritannien stammt, hat mittlerweile auch Deutschland erreicht.

In Großbritannien gilt Birdwatching als weit verbreitete Freizeitaktivität. Die Royal Society for the Protection of Birds zählt über eine Million Mitglieder, Schirmherr ist König Charles III. Laut einer Studie, über die die britische Zeitung The Guardian berichtete, ist Vogelbeobachtung das am zweitschnellsten wachsende Hobby der Generation Z – auf Platz eins liegt demnach Schmuckbasteln. Die Zahl der 16- bis 29-jährigen Vogelbeobachter soll dem Bericht zufolge innerhalb von acht Jahren um 1.088 Prozent gestiegen sein.

Auch in Deutschland gewinnt das Hobby an Bedeutung. Immer mehr Jugendliche können heimische Vogelarten wie Kiebitz, Dompfaff oder Zilpzalp unterscheiden und deren Gefieder sowie Gesänge auseinanderhalten. Der deutsche Naturschutzbund NABU verzeichnet steigendes Interesse: So unternahm die Popmusikerin Ikkimel gemeinsam mit dem Verband ein sogenanntes „Birding Date". Der Podcast „Gemischtes Hack“ mit Felix Lobrecht thematisiert regelmäßig heimische Vögel, auch die Modemagazin Vogue berichtete über die Entwicklung.

Digitale Angebote fördern den Zugang zur Ornithologie. Apps wie „Merlin Bird“ oder „Roostly“ ersetzen frühere Tierlexika, während sich Interessierte in Gruppen wie dem „Young Birders Club“ oder dem „CLUB 300“ vernetzen. Auf der Social-Media-Plattform TikTok tauschen sich Nutzer unter dem Hashtag #BirdTok über Stadtvogelbeobachtung aus. Zudem setzen sich einige junge Menschen bewusst für analoge Technik ein, darunter alte Kameras und Klapphandys.

Wissenschaftliche Studien verbinden Vogelbeobachtung mit positivem Einfluss auf die psychische Gesundheit. Der Kontakt mit Vögeln, ihr Gesang und regelmäßiges Birdwatching werden mit verbessertem Wohlbefinden assoziiert. Die Autorin Angela Nelson beschreibt in ihrem Buch „Die Kraft der Vogelbeobachtung“ entsprechende gesundheitliche Effekte. Kritiker des Trends sehen darin zugleich eine bewusste Abkehr vom sogenannten Doomscrolling, dem wiederholten Konsum negativer Nachrichten.

Der NABU hat das Rebhuhn zum Vogel des Jahres 2026 in Deutschland gekürt. Es folgt im nächsten Jahr die Mehlschwalbe, die den Winter südlich der Sahara verbringt und erst im Frühjahr nach Mitteleuropa zurückkehrt.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

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