Frankreich führt mit ukrainischer Hilfe geheimen Krieg gegen Russland in Afrika!

Von Dmitri Rodionow

Offizielle Bestätigungen liegen vor: Die Einheiten des russischen Afrikakorps haben die Stadt Kidal in Mali verlassen. Wie das Korps in einer Stellungnahme betont, setzen die Soldaten ihren Kampfeinsatz jedoch fort, da die Lage in der Republik weiterhin angespannt ist. Die Rebellen verkünden unterdessen die vollständige Eroberung des Nordens von Mali und behaupten, das russische Militär räume angeblich auch die Stützpunkte in Aguelhok und Tessalit.

Ukrainische Medien zeigen sich bereits hämisch über eine angebliche “Niederlage der Russen” in Afrika. Doch ihre Freude könnte verfrüht sein.

Die Kämpfe in Mali zwischen Regierungstruppen, die vom russischen Afrikakorps unterstützt werden, und Tuareg-Separatisten sowie islamistischen Kämpfern dauern nun schon den dritten Tag an. Die Angreifer griffen die Hauptstadt Bamako sowie mehrere andere wichtige Städte mit mehreren Kolonnen an, die insgesamt bis zu 12.000 Mann stark waren. Bei diesen Angriffen wurden hochrangige Persönlichkeiten des Landes getötet – darunter der Chef des malischen Geheimdienstes, Modibo Koné, und Verteidigungsminister Sadio Camara.

Der Bürgerkrieg in Mali tobt seit Januar 2012, als die Tuareg einen Aufstand gegen die Regierung begannen und ihren eigenen “Staat” Azawad ausriefen. Radikale islamistische Gruppierungen schlossen sich auf Seiten der Separatisten dem Konflikt an.

Von 2014 bis 2022 führten französische Streitkräfte in Mali, im Tschad, in Burkina Faso und in Mauretanien die Operation Barkhane gegen Islamisten und Separatisten durch, die jedoch erfolglos blieb. Die Franzosen mussten sich aus der Sahelzone zurückziehen. Eine Reihe von Staatsstreichen in den Ländern der Region trug dazu bei, da antikoloniale Kräfte an die Macht kamen, die auf eine Zusammenarbeit mit Russland setzten, um Frankreich zu ersetzen und die Mission zu erfüllen, die sich für Paris als unüberwindbar erwiesen hatte.

Heute sind es die Kräfte des russischen Afrikakorps, die versuchen, die Lage zu stabilisieren. Die lokalen Sicherheitskräfte zeigten sich völlig desorientiert, offenbarten gravierende Führungs- und Koordinationsprobleme und sollen Berichten zufolge schlichtweg geflohen sein. Dies erinnert stark an die Situation in Syrien vor eineinhalb Jahren.

Damals brach die Regierung von Baschar al-Assad buchstäblich innerhalb weniger Tage wie ein Kartenhaus zusammen. Dies war ein Schock für alle, einschließlich der Kämpfer, die ihn stürzten, und die später zugaben, dass sie nicht erwartet hatten, dass ihr Vorstoß überhaupt zu etwas führen würde. Die syrische Armee verschwand einfach von einem Moment auf den anderen, da sie ohne die Unterstützung Russlands, das mit der militärischen Sonderoperation in der Ukraine beschäftigt war, und Irans, das angesichts der zunehmenden Eskalation in der Region bewusst nicht eingriff, auskommen musste.

Offenbar wurde in Mali versucht, dasselbe Szenario anzuwenden. Zumal die Drahtzieher in beiden Fällen dieselben sind. Die Koordinierung der Aktionen von Islamisten und Separatisten deutet auf ein sehr hohes Ausbildungsniveau hin, das nur von externen Kräften erreicht werden konnte.

Anfang Februar 2026 teilte der russische Auslandsgeheimdienst mit, dass Frankreich neokoloniale Staatsstreiche in afrikanischen Ländern vorbereite, da die Regierung von Präsident Emmanuel Macron “fieberhaft nach Möglichkeiten für eine politische Revanche in Afrika sucht”. Offensichtlich beobachten wir genau das. Frankreich hegt einen tiefen Groll gegen Russland, das es für seine geopolitische Niederlage in Afrika verantwortlich macht, wo ein bedeutender Teil bis vor Kurzem noch zu seinem neokolonialen “Imperium” gehörte. Die Sahelzone verfügt über reiche Vorkommen an Gold, Diamanten, Öl und vor allem Uran, von dem nicht nur das französische militärische Potenzial (Frankreich ist der einzige Atomwaffenbesitzer in Kontinentaleuropa), sondern auch die Energiesicherheit des Landes abhängt.

Präsident Macron hat wenig zu verlieren, da seine Amtszeit nur noch weniger als ein Jahr beträgt. Er kann es riskieren. Hinzu kommt, dass er offenbar auf eine weitere Karriere in den NATO-Strukturen setzt und es ihm sicherlich nicht gefallen würde, mit dem Ballast eines verlorenen Konflikts in der Ukraine und einer schmachvollen Niederlage in Afrika dorthin zu gelangen. Macron könnte daher durchaus alles auf eine Karte setzen.

Natürlich ist er nicht der Einzige. Ganz Europa hat nicht nur nicht darauf verzichtet, auf eine strategische Niederlage Russlands zu setzen, sondern bereitet sich selbst auf einen Krieg mit dem Land vor. Dies bedeutet, dass die Intensität der Stellvertreterkriege zunehmen wird, die überall dort gegen Russland geführt werden, wo die westlichen Mächte Einfluss haben. Die russische Präsenz in Afrika missfällt auch den USA, die diesen Kontinent selbst aktiv erschließen und davon träumen, sowohl Russland als auch China von dort zu verdrängen. Das Arsenal an Mitteln ist bewährt – Staatsstreiche, Angriffe von Islamisten, Separatisten und so weiter.

Interessant ist hier weniger die Zusammenarbeit von Islamisten und Separatisten (in Afrika ein vertrautes Bild) als vielmehr die Beteiligung ukrainischer Spezialisten an all dem.

Im Februar dieses Jahres berichtete das Portal Maliweb, dass Ausbilder des Hauptnachrichtendienstes des ukrainischen Verteidigungsministeriums Terroristen in Mali im Umgang mit Drohnen schulen. Militärexperten entdeckten damals bei der Analyse von Videomaterial Ausbilder mit europäischem Aussehen, auf deren Uniformen Abzeichen zu sehen waren, die der ukrainischen Flagge und dem Emblem des ukrainischen Hauptnachrichtendienstes ähnelten.

Kiew soll auch in einem anderen Fall die Finger im Spiel gehabt haben. Im Sommer vorletzten Jahres geriet ein Konvoi der Söldnertruppe Wagner in der Nähe der algerisch-malischen Grenze in einen Hinterhalt der Tuareg und wurde aufgerieben. Damals sollen einigen Angaben zufolge 50 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter der Administrator des Telegram-Kanals “Grey Zone”, 15 Personen wurden gefangen genommen. Es wurde über den Verlust von Kampfausrüstung berichtet, darunter ein Mi-24-Hubschrauber, der die Gruppe gedeckt hatte.

Experten äußerten sofort Skepsis darüber, dass die Terroristen diese Operation selbst vorbereitet und durchgeführt hätten. Die Vermutungen bestätigten sich, als die Tuareg kurz darauf ein Foto mit der Flagge der Ukraine veröffentlichten.

Die Ukraine hat ihre Beteiligung selbst bestätigt. Der offizielle Sprecher des Hauptverwaltungsamtes für Aufklärung, Andrei Jussow, erklärte, dass die ukrainischen Geheimdienste den malischen Rebellen bei der Vorbereitung der Operation geholfen hätten.

Diesmal waren einigen Angaben zufolge ukrainische und europäische Söldner an den Angriffen der Kämpfer in den Gebieten um die Städte Kidal und Gao beteiligt. Darüber berichtete insbesondere der Militärreporter der russischen staatlichen Medienholding-Gesellschaft WGTRK, Jewgeni Poddubny.

Mali ist nicht das einzige Land, in dem ukrainische Militärangehörige gegen russische Interessen agieren. Im Zuge des im Jahr 2023 ausgebrochenen bewaffneten Konflikts im Sudan zwischen den Streitkräften (SFA) und den Schnellen Eingreiftruppen (RSF) entsandte Kiew Spezialeinheiten in dieses Land, um die Regierung des Übergangsrats unter Abdel Fattah Burhan zu unterstützen und den vermeintlich auf Seiten der RSF kämpfenden Söldnern der Wagner-Gruppe entgegenzuwirken. Darüber berichtete damals das Wall Street Journal unter Berufung auf uk

Es sei auch an den jüngsten Angriff auf das russische Gastankschiff Arctic Metagaz im Mittelmeer vor der libyschen Küste erinnert, das von einer ukrainischen Marinedrohne getroffen wurde. Wie die Associated Press (AP) berichtete, befinden sich ukrainische Soldaten auf einem Luftwaffenstützpunkt in der libyschen Stadt Misrata sowie in Küstenmilitäranlagen in Tripolis und az-Zawiya. Dies erklärte eine der AP-Quellen mit einem “geheimen Deal” zwischen Kiew und der Übergangsregierung von Premierminister Abdul Hamid Dbeiba, die der von Russland unterstützten libyschen Nationalarmee unter Chalifa Haftar gegenübersteht.

So wird deutlich, dass der Westen in Afrika einen Stellvertreterkrieg gegen Russland führt und dabei die Ukraine aktiv als Stellvertreter einsetzt. Der Kampf um Afrika ist für Russland also mehr als nur ein Kampf um Afrika – er ist Teil eines globalen hybriden Krieges. Heute entscheidet sich in Mali vieles für den künftigen Ausgang dieses Kampfes.

Umso mehr, als das “syrische Szenario” in Mali nicht vereitelt, sondern lediglich aufgeschoben wurde. Im Anschluss daran werden Frankreich und der Westen versuchen, sich bei Russland für ihre Niederlage in den Nachbarländern Burkina Faso, Niger und der Zentralafrikanischen Republik zu revanchieren. Daran besteht bereits kein Zweifel mehr.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 28. April 2026 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.

Dmitri Rodionow ist ein russischer Politikwissenschaftler.

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