Als die Büchse der Pandora geöffnet wurde – Zum 25. Jahrestag der Aggression gegen Jugoslawien
Von Marinko Učur
“Jeder erwartete, dass die Bombardierung beginnt, aber als es tatsächlich passierte, war es wie eine Fiktion, als ob es nicht real wäre … Aber es wurde real! Ich erinnere mich an alles. Ich war auf der Straße, der Wind wehte und überall herrschte Stille.”
So beschrieb der österreichische Schriftsteller und Nobelpreisträger deutsch-slowenischer Herkunft, Peter Handke, seine Erinnerung an den 24. März 1999 – den Tag, an dem die verbrecherische NATO-Bombardierung gegen die Bundesrepublik Jugoslawien begann.
Ohne die Zustimmung der Vereinten Nationen, ohne sich über das Ausmaß der Zerstörung und der zivilen Opfer im Klaren zu sein, startete das westliche Militärbündnis einen beispiellosen Angriffsfeldzug. 19 NATO-Staaten schlossen sich in einer Militäroperation gegen das damalige Serbien und Montenegro zusammen und bombardierten 78 Tage lang blindlings das friedliche europäische Land nur mit dem einen Ziel: Slobodan Milošević bei den angeblichen ethnischen Säuberungen gegen die Kosovo-Albaner aufzuhalten, für die die NATO neun Jahre später einen eigenen Staat errichtete.
Analog dazu könnte sich jedes andere Land auf einen solchen westlichen Ansatz berufen, der gegen das Völkerrecht und die UN-Charta verstößt, und ihn als Rechtfertigung für die Besetzung “widerspenstiger” Länder darstellen. Mit der Aggression gegen Jugoslawien kehrten die USA mit einem Krieg nach Europa zurück und führen bis heute Kriege gegen zahlreiche andere Länder und Völker.
In der Zwischenzeit wurde auf dem souveränen Teil des Territoriums der Republik Serbien, in der serbischen Provinz Kosovo und Metochien, ohne Volksbegehren und entgegen der Verfassung und der Resolution 1244 nach dem Willen angeblicher westlicher Friedensstifter im Jahr 2008 ein zweiter albanischer Staat in Europa geschaffen!
Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich die deutsche Armee unter Verletzung ihrer eigenen Verfassung an einer Aggression gegen einen souveränen Staat, angeführt von Politikern – Kriegstreibern wie Joschka Fischer und seinen transatlantischen Patronen und Inspiratoren Bill Clinton und Madeleine Albright, eine der Gründerinnen der Vereinten Nationen. Niemand kümmerte sich darum, dass die albanischen Rebellen in dieser serbischen Provinz von Terroristen der “Befreiungsarmee des Kosovo” (UCK) über Nacht zu Partnern und Freiheitskämpfern wurden. Das ultimative Ziel bestand darin, die Zerstückelung des ehemaligen Jugoslawiens so abzuschließen, dass Serbien 15 Prozent seines historischen Territoriums amputiert wurden.
Auch der russische Präsident Wladimir Putin wies mehrfach auf den Präzedenzfall der damaligen völkerrechtswidrigen Aggression gegen Jugoslawien hin. Durch die Führung dieses Krieges verwandelte sich das Nordatlantische Bündnis von einem regionalen Verteidigungsbündnis in ein globales Offensivbündnis, verstieß gegen die UN-Charta und veränderte die ursprünglichen Grundsätze, auf denen die NATO beruht, willkürlich und ohne Zustimmung ihrer Mitglieder.
Entgegen allen Versprechungen aus der Zeit der Vereinigung beider deutscher Staaten, dass sich dieses Militärbündnis nicht in Richtung der russischen Grenze ausdehnen würde, ereignete sich genau das Gegenteil. Wir sehen heute den Epilog dieses Prozesses, in dem sich das Bündnis bis an die Grenzen zur Russischen Föderation ausgedehnt hat, mit der Absicht, die Ukraine in dieses Bündnis aufzunehmen, und Russland offen “einen Finger ins Auge” gestochen hat, weshalb dieses sich gezwungen sah, die spezielle Militäroperation zu starten.
Die Absichten und Ziele der NATO wurden schon vor langer Zeit vom ehemaligen Mitglied des Europäischen Parlaments und Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Willy Wimmer (CDU), erkannt, der während der Bombardierung der Bundesrepublik Jugoslawien stellvertretender Vorsitzender des Parlamentsausschusses der OSZE war. In einem offenen Brief an den damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder, in dem er über die Ergebnisse der Konferenz in Bratislava berichtete, die ein Jahr nach der Bombardierung der Bundesrepublik Jugoslawien stattfand, enthüllte Wimmer die amerikanischen Pläne zur Zerstörung Serbiens. Das italienische Portal L’Antidiplomatico hat sich diese streng gehütete Korrespondenz verschafft, veröffentlichte exklusiv diese schockierenden Dokumente und erläuterte die wahren und endgültigen Absichten des Westens, wenn es um das Schicksal Serbiens geht.
“Serbien muss von der europäischen Entwicklung ausgeschlossen werden”, heißt es in den von dem italienischen Medium veröffentlichten Geheimdokumenten. Alles, was Wimmer damals schrieb und sagte, wurde später in der Praxis bestätigt. Noch heute, zum 25. Jahrestag des in der modernen europäischen Geschichte beispiellosen NATO-Feldzugs, äußert sich dieser deutsche Politiker in einer Erklärung mit klaren Worten:
“Der erste Schuss auf das Ziel wie auch wäh