Die Volksarmee Nordkoreas ist angewiesen, sofort einen atomaren Vergeltungsschlag zu starten, sollte Machthaber Kim Jong Un durch einen ausländischen Feind getötet werden. Dies berichtet The Telegraph unter Berufung auf eine vertrauliche Unterrichtung des südkoreanischen Geheimdienstes vom vergangenen Donnerstag. Demnach wurde diese Anordnung durch eine Verfassungsänderung rechtsverbindlich gemacht.
In dem Geheimdienstbericht heißt es, Kim habe als Oberkommandierender die alleinige Kontrolle über die Nuklearstreitkräfte der Demokratischen Volksrepublik Korea. Die Änderung der Verfassung regele nun das Prozedere für Vergeltungsangriffe für den Fall, dass der Staatsführer handlungsunfähig werde oder getötet werde. Die überarbeitete Nukleardoktrin schreibt wörtlich vor: “Sollte das Führungs- und Kontrollsystem der staatlichen Atomstreitkräfte durch feindliche Attacken bedroht werden … wird automatisch und ohne Verzögerung ein Atomschlag ausgelöst.”
Laut The Telegraph sei diese Entscheidung nach dem Tod von Ali Chamenei und anderen ranghohen iranischen Funktionären infolge amerikanisch-israelischer Angriffe auf Teheran getroffen worden. Dennoch wäre es für Washington extrem schwierig, eine ähnliche Operation gegen den nordkoreanischen Machthaber durchzuführen. Die Beschaffung von Geheimdienstinformationen werde durch strenge Grenzkontrollen und die lückenlose Überwachung von Ausländern – meist aus befreundeten Ländern – erheblich erschwert. Zudem lege Kim großen Wert auf seine Sicherheit: Er reise ausschließlich mit einem gepanzerten Zug, nutze niemals Flugzeuge und zeige sich nie ohne Leibwächter in der Öffentlichkeit.
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