Eine aktuelle internationale Studie kommt zu dem Ergebnis, dass China in den Augen vieler Länder weltweit besser dasteht als die USA. Die Umfrage dokumentiert einen markanten Wandel der öffentlichen Wahrnehmung – und das zu einer Zeit, in der beide Supermächte verstärkt um globalen Einfluss ringen.
Die Erhebung des Pew Research Centers zeigt, dass China in 25 von 36 untersuchten Staaten, die zwischen Februar und Mai befragt wurden, ein positiveres Image genießt als die Vereinigten Staaten. Wie der am Mittwoch veröffentlichte Bericht darlegt, ist dies das erste Mal in den rund zwei Jahrzehnten, in denen das Institut diese Umfrage durchführt, dass China in der Mehrheit der Länder besser abschneidet als die USA.
Dieses Ergebnis spiegelt nach Angaben des Forschungsinstituts unter anderem Chinas strategische Bemühungen wider, seinen internationalen Einfluss durch kulturelle und wirtschaftliche Initiativen auszubauen. Als Gründe für die verbesserten Bewertungen nennt das Pew Research Center etwa die vertieften Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen mit Staaten wie Brasilien und Peru sowie Chinas Nullzollpolitik gegenüber afrikanischen Ländern.
Gleichzeitig sei der Stimmungswandel „vor allem auf die verschlechterte Wahrnehmung der USA zurückzuführen“, heißt es in der Studie. Die konfrontative Außenpolitik von Präsident Donald Trump, darunter weitreichende Strafzölle und massive Kürzungen der Auslandshilfe, habe die Einstellung vieler Länder gegenüber den USA negativ beeinflusst.
Die Ergebnisse „bestätigen den Zusammenbruch der US-amerikanischen Soft Power unter Präsident Trump, der durch den Einsatz von Zwangsmitteln und wirtschaftlichem Druck durch seine Regierung verursacht wurde“, sagte Susannah Patton, wissenschaftliche Mitarbeiterin des unabhängigen australischen Forschungsinstituts Lowy Institute.
Die globale Zustimmung zu den USA war bereits in den Vorjahren stetig gesunken, wie frühere Pew-Berichte belegen. Die diesjährige Erhebung verzeichnet jedoch einen besonders deutlichen Rückgang: Die durchschnittliche Zustimmungsrate für die USA fiel von 48 Prozent im Vorjahr auf 36 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Wert für China von 38 auf 46 Prozent.
Zu den wenigen Ländern, in denen die USA besser bewertet wurden als China, zählen vor allem traditionelle Rivalen Pekings im asiatisch-pazifischen Raum, wie Japan und Südkorea, sowie Staaten mit Trump-nahen Regierungen, darunter Israel. Bemerkenswert ist, dass Befragte in Kanada und Mexiko – den unmittelbaren Nachbarn und engsten Verbündeten der USA – China positiver einschätzten als die Vereinigten Staaten.
Die Umfrage ergab zudem, dass Menschen in den meisten untersuchten Ländern mehr Vertrauen in Chinas Staatschef Xi Jinping haben als in Donald Trump, auch wenn die Zustimmungswerte für beide insgesamt niedrig bleiben.
Ein bereits im Juni veröffentlichter Pew-Bericht hatte gezeigt, dass die Beteiligung der USA an militärischen Konflikten wesentlich zum Rückgang von Trumps internationalem Ansehen beigetragen habe. Demnach missbilligten im Median 74 Prozent der Befragten Trumps Vorgehen im Krieg gegen Iran, und 76 Prozent lehnten seine Politik im Gaza-Konflikt ab.
Seit Beginn des Kriegs gegen Iran im Februar ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen. Dies hat die weltweiten Öllieferungen erheblich beeinträchtigt und die Preise für Energie sowie zahlreiche andere Güter steigen lassen. Der Internationale Währungsfonds prognostizierte vergangene Woche deshalb einen Anstieg der weltweiten Inflation auf 4,7 Prozent im Jahr 2026 – nach 4,1 Prozent im Jahr 2025 –, vor allem aufgrund höherer Preise für Energie, Metalle, Düngemittel und Lebensmittel.
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